Für den Kaiser-Wilhelm-Park soll es ein neues Konzept geben

Foto: Sebastian Konopka / FUNKE Foto Services
Nach Pfingststurm Ela ist der Kaiser-Wilhelm-Park in Essen-Altenessen luftig wie nie. Das soll sich auch nach den Neupflanzungen nicht ändern.

Essen-Altenessen.. Rund ein Jahr nach Pfingststurm Ela ist der Kaiser-Wilhelm-Park nicht mehr der gleiche. Ein Viertel der Bäume ist verschwunden, ein weiteres mit zum Teil ungewisser Zukunft beschädigt und jeder zehnte so stark mitgenommen, dass er wahrscheinlich mittelfristig gefällt wird: Noch vor den Sommerferien will „Grün und Gruga“ ein neues Konzept für den Park vorstellen. Ein Rundgang mit Johannes Oppenberg, Abteilungsleiter bei „Grün und Gruga“.

Nicht jeder Baum wird ersetzt

„Wir bauen nichts für die Ewigkeit. Ein Park ist etwas Lebendiges und unterliegt dem Wandel, da muss man hin und wieder eingreifen“, sagt er und lässt den Blick schweifen. Nun, nachdem seine Mitarbeiter die meisten Wiesen im Park gemäht und die letzten Ela-Reste beseitigt haben, wirkt der Park so aufgeräumt wie nie. Das liegt nicht an mangelnder Pflege in der Vergangenheit. Vielmehr erzeugt der Park nun beim Besucher einen viel freieren und luftigeren Eindruck, alles wirkt geordneter. Der bisweilen urwüchsige und an manchen Stellen auch etwas düstere Eindruck ist zum Teil passé. Das muss nicht unbedingt schlecht sein.

Johannes Oppenberg hört so etwas nicht ungern. Wie man bereits erfahren hat, ist ihm Konservatismus bei Grünflächen, die einzig der Belustigung der Bevölkerung dienen, fremd. Zum anderen muss er auf seinen knappen Etat schauen, und die Pflege des alten Kaiserparks war sicherlich nicht gerade billig. Und so werden die Planer, die aus dem bereits vorliegenden Parkentwurf des Planungsbüros Danielzik & Leuchter ein neues Parkkonzept entwickeln, auch aufs Geld achten.

Blühende Bäume und Stauden sind geplant

„Dies hier wird das letzte Beet im Park mit Wechselblühern bleiben“, erläutert Oppenberg und deutet auf das kreisrunde und leuchtende Beet vor dem Bergmannsdenkmal. Um dem Park Farbe zu geben, waren die Grünflächen-Mitarbeiter mehrmals im Jahr ausgerückt, um, jahreszeitlich angepasst, blühende Pflanzen zu säen. „Das ist sehr teuer. Wir wollen nun auf andere Weise, etwa durch farbig blühende Bäume und den Boden bedeckende Stauden, ähnliche Effekte erzielen“, berichtet der Grün-Fachmann. So will man etwa auf dem Weg parallel des Damms eine Kirschbaum-Allee anlegen.

Die zweite Stoßrichtung, die den neuen Park prägen wird, ist der Klimawandel. Nicht jeder der 94 gefällten Bäumen wird ersetzt werden – und sicher nicht an gleicher Stelle durch ein Exemplar derselben Sorte. Um den zu erwartenden Temperaturschwankungen, es wird heißer, zu begegnen, will man verstärkt auf südeuropäische Bäume, z.B. Hopfenbuche oder Esskastanie setzen. Außerdem sollen die neuen Gewächse auch Winden trotzen.

WAZ-Leser spenden 15.000 Euro

Um die 70 Bäume, so ist geplant, sollen mit der Aktion „Mein Baum für Essen“ finanziert und gepflanzt werden. Abhängig sein wird es auch vom Geld. Die WAZ hat bislang 15.000 Euro gesammelt, die örtliche Bezirksvertreung 25.000 Euro bewilligt, „Grün und Gruga“ selbst hat 100.000 Euro vorgesehen. „Wir suchen noch Baumspender“, sagt Oppenberg. Die ersten Jungbäume sollen im kommenden Oktober/November in die Erde gesetzt werden, die weiteren im kommenden Jahr. Achten wird man auch darauf, dass man Sichtachsen nicht wieder zustellt, auch sollen Wege durch Alleen betont werden. Im Nordteil soll der Ginkgo-Hain aufgeforstet werden.

Zum Teil verschwinden hingegen kann wohl die alte Rollschuhbahn mit Basketballkorb und heruntergekommenem Pavillon. „Ich könnte mir sehr gut vorstellen, einen Teil des Asphalts mit Rasen zu ersetzen, und mit dem Abriss des Pavillons hier noch einmal den Raum zu erweitern“, erläutert Oppenberg.

Auch wenn Ela Schäden angerichtet hat, die vielen Besuchern in der Seele schmerzen, war der Pfingststurm vielleicht nicht das Schlechteste, was dem Kaiserpark passieren konnte. Zeigen wird sich dies vermutlich schon Mitte bis Ende des kommenden Jahres. Johannes Oppenberg: „Dann werden die wesentlichen Arbeiten wohl erledigt sein.“

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