Fromme WG bezieht die Vikarie in Borbeck

Die katholische Studentenverbinduhng Nordmark hat ein neues Verbindungshaus in der Vikarie am Kirchplatz in Borbeck.
Die katholische Studentenverbinduhng Nordmark hat ein neues Verbindungshaus in der Vikarie am Kirchplatz in Borbeck.
Foto: WAZ FotoPool
Bisher wohnten die katholischen Studenten der Verbindung Nordmark in einem Haus in der St. Immaculata-Gemeinde. Nach dessen Abriss zogen sie jetzt in ein Gebäude neben der Dionysius-Kirche. Am Samstag wird es eingeweiht.

Essen-Borbeck..  Essens berühmtester Katholik, Bischof Franz-Josef Overbeck, weilt an diesem Wochenende in Hongkong. Dort, im Partnerbistum, wird ein neuer Weihbischof ins Amt eingeführt. Sicherlich wäre der Würdenträger auch gerne in Borbeck gewesen. Schließlich sollte er als Ehrenmitglied der Katholischen Deutschen Studentenverbindung Nordmark am Samstag das neue Verbindungshaus am Dionysiusplatz einweihen. Diese Aufgabe übernimmt nun der Berliner Domkapitular Ulrich Bonin.

Das Verbindungshaus in der ehemaligen Vikarie im Schatten der Kirche ist Treffpunkt der Verbindung und Wohnsitz von bis zu sechs der derzeit 148 Mitglieder. Tim Hülle, 21, ist ein Teil dieser Wohngemeinschaft. Im vergangenen Jahr hatte er sein Abitur am Heinz-Nixdorf-Berufskolleg gebaut und studiert seitdem Elektrotechnik an der Fachhochschule für Ökonomie und Management. Gleichzeitig arbeitet er im Rahmen seines dualen Studiums bei Thyssen-Krupp als Elektroniker für Automatisierungstechnik.

Mit diesem klaren Plan passt er ins Anforderungsprofil der Studentenverbindung. Schließlich ist „Scientia“ eines der vier Prinzipien, zu dem sich die jungen Männer bekennen müssen: „Scientia verpflichtet zunächst zur gewissenhaften Durchführung des Studiums.“

Weil das nicht so einfach ist, wie es sich liest, tritt mit „Amicita“ das nächste Prinzip in Kraft. Sie fördert die persönliche Entwicklung durch Offenheit und Ehrlichkeit und bildet die Grundlage für lebenslange Freundschaften und Hilfe. „Jeder Student hat einen Paten, der ihn unterstützt“, erklärt WG-Mitglied Damian Schliwa, mit 46 Jahren bereits ein „Alter Herr“.

Doch Wissenschaft und Freundschaft brauchen ein Fundament, und das besteht aus „Rreligio“ und „Patria“. Die Zugehörigkeit zur katholischen Kirche und das Bekenntnis zu einer freiheitlich-demokratischen Grundordnung sowie einem geeinten Europa sind für die Verbindung untrennbar verbunden.

„Die fromme WG“, wie sie schon genannt wurde, versucht, diese Werte zu leben. Bisher wohnten die Studenten in einem Haus nahe der St.Immaculata-Gemeinde. Nach dessen Abriss investierte der Cartellverband (CV) als Dachverband der katholischen Studentenverbindungen in die denkmalgeschützte Vikarie im Borbecker Zentrum. Rund 200 Euro beträgt die Miete für eines der sechs möblierten Zimmer. „Wir wollten in Borbeck bleiben. Es ist ein angenehmer Stadtteil mit ruhigem Umfeld und guter Verkehrsanbindung zur Universität“, sagt Jan-Peter Fickus (38), der Altherrensenior der Verbindung. Aber genauso wichtig: Die WG wohnt direkt neben der Kirche.

 
 

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