Friedfertige PolizeiEin anderes BildVerlogen

Bärendelle: Es ist der Berichterstattung zu danken, dass die Verhältnisse klargestellt wurden. Als Augenzeuge kann ich nur Folgendes bestätigen: Weit über 37 Besetzer, schwer bewaffnet mit Konfetti und mindestens zwei Farbbeuteln, standen einer kleinen Gruppe von vielleicht gerade mal 200 Polizisten gegenüber. Diese brachten immer wieder ihre Friedfertigkeit zum Ausdruck, indem sie ihre Helme, Schlagstöcke und Schilder zeigten. Mit nur einem Räumpanzer und vielleicht gerade einmal 60-70 sonstigen Einsatzfahrzeugen stellte die Polizei sich trotzdem heldenhaft der Übermacht der Besetzer. Auch um die Stadtspitze zu beschützen, die allerdings aufgrund des frühen Zeitpunkts gar nicht anwesend sein konnte. Selbst die Präsentation der von der Polizei mitgebrachten kuscheligen Hundestaffel brachte den dahergelaufenen Pöbel nicht dazu, dieses schreckliche Gebäude endlich wieder dem Verfall zu überlassen. Da musste durchgegriffen werden. Dank an die Stadtspitze und die Polizei, so wünschen sich die Menschen in dieser Stadt eine offene Kommunikation.

Bärendelle: Wenige Stunden vor der unsäglichen Räumung, war ich mit einigen Freunden bei den „Besetzern“ der Bärendelle und habe mir ein Bild von der Situation machen können. Der in Ihrem Artikel von der Stadtvertreterin kolportierte Vorwurf, das es dort Schmutz, Unrat, zerborstene Scheiben und aufgebrochene Türen hinterlassen wurden, ist mehr als eine Frechheit. Wir haben uns sehr offen und locker mit den jungen Menschen unterhalten können, haben das Haus „besichtigt“ und dabei festgestellt, dass Scheiben zerborsten waren (hintere Räume) – eindeutig aber von Außen, mit den noch in den Räumen auffindbaren Steinen. In unserem Beisein wurden von den Jugendlichen die Räume gefegt und der angefallene Müll in Sacke entsorgt (...).

Ich selbst war vor über 40 Jahren bei der ersten Hausbesetzungen für fehlende Jugendräume aktiv dabei. Ich bin Vorsitzender des Beirates Bürgerhaus Oststadt, das Bürgerinitiativen mindestens zwei Mal vor einer drohenden Schließung gerettet haben. Immer war Widerstand gegen uneinsichtige, unsoziale Stadtpolitik notwendig. Ich schäme mich manches mal für diese Stadt.

A 52-Trasse: Es ist verlogen, die A52 Trasse „Wozu auch immer“ wie Best sagt, freizuhalten und gleichzeitig unbelastet Grünflächen als Bauland zu fordern. Auch die Schwierigkeiten rund um das TÜV-Gelände zeigt die Heuschreckenmentalität. Erst verseuchen Unternehmen die Böden (Altlasten) und dann fordern andere Unternehmern günstige unbelastet Grundstücke. Es gibt in Essen genug Brachen, die will nur keiner haben, weil sich Altlasten im Boden verbergen könnten. Ikea suchte ein neues Grundstück (die NRZ berichtete) und das wurde mit Verweis auf die A52 verweigert. Ein schlechtere Stadtplanung für die Bürger kann man eigentlich nicht mehr machen.

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