Freiwillige Feuerwehr probt im Heizwerk auf Margarethenhöhe

Bereit für den Einsatz: Die freiwilligen Feuerwehrleute spielten den kompletten Ernstfall am Fernheizwerk an der Sommerburgstraße durch.
Bereit für den Einsatz: Die freiwilligen Feuerwehrleute spielten den kompletten Ernstfall am Fernheizwerk an der Sommerburgstraße durch.
Foto: FUNKE Foto Services
Übung der freiwilligen Einsatzkräfte an der Sommerburgstraße. Im Gebäude der Steag wurde ein realer Einsatz nachgestellt.

Margarethenhöhe. Rauch dringt aus dem Treppenhaus. Feuerwehrmänner mit Atemschutzmasken kämpfen dagegen an, suchen mühsam ihren Weg zu den Verletzten im Inneren des Gebäudes. Nach kurzer Zeit kommen sie wieder raus, erfolgreich: Ein Leben ist gerettet.

Es waren spektakuläre Szenen, die sich am Montagabend in einer Wohnsiedlung in der Nähe der Sommerburgstraße abspielten. Ein Löschfahrzeug stand bereit, Scheinwerfer erleuchteten die Kulisse, Einsatzkräfte wuselten umher. Zum Glück war das alles nicht real. Es gab kein Feuer, keinen echten Rauch – und auch keine lebensbedrohlich verletzten Menschen. Die Freiwillige Feuerwehr Margarethenhöhe probte nur für den Ernstfall, bei einer Übung im Fernheizwerk.

Zur Verfügung gestellt hatte das Heizwerk die Steag. Die freiwilligen Feuerwehrleute hatten das Heizkraftwerk schon länger als Übungsort im Auge und fragten bei der Steag an. „Das Gebäude ist für uns perfekt“, sagt Löschgruppenführer Christian Ehrlich. „Unter wirklichen Bedingungen in einem Treppenhaus zu üben, ist für uns auf jeden Fall ein Höhepunkt.“ Geeignete Örtlichkeiten zu finden sei nicht so einfach, sagt Ehrlich. „Wir können solche Übungen ja schlecht in einem Mehrfamilienhaus machen.“ Deshalb trainiert die Mannschaft sonst regelmäßig im eigenen Gerätehaus, ebenfalls an der Sommerburgstraße.

Es kommt auf jede Minute an

Am Montag mussten die Feuerwehrleute ein bestimmtes Szenario meistern: die Rettung von Personen aus einem brennenden Gebäude. Um möglichst realitätsnahe Bedingungen zu schaffen, wurde das Treppenhaus mit künstlichem Nebel verraucht. „Das ist eine lebensbedrohliche Situation“, erklärt Norbert Giepen, Wachführer der Berufsfeuerwehr in Rüttenscheid. „Da kommt es auf jede Minute an.“

Und auf Organisation und Struktur. Der Einsatz läuft nach einem perfekt eingeübten Ablauf ab. „Vor Ort muss zunächst die Lage erkundet werden“, sagt Giepen. Wenn die Einsatzkräfte wissen, was genau passiert ist und zu einem Urteil über die Lage gekommen sind, steht die Rettung von Menschen an erster Stelle. Dazu geht ein sogenannter Angriffstrupp in das Treppenhaus und sucht nach Verletzen. Erst, wenn alle Menschen gerettet sind, wird der Brand gelöscht.

Was die Übung im Heizwerk für die ehrenamtlichen Feuerwehrleute spannend machte im Gegensatz zu Proben im Gerätehaus: Sie kannten das Gebäude vorab nicht, wussten nicht, welche Schwierigkeiten auf sie warten, wie hoch die Stockwerke sind.

Wie wichtig solche Übungen für die Freiwillige Feuerwehr sind, macht ihre Aufgabe deutlich. Gibt es im Einsatzgebiet größere Brände, wird sie grundsätzlich von der Berufsfeuerwehr hinzugezogen.

 
 

EURE FAVORITEN