Freie Fahrt zur A 40 in Frillendorf - Stadt Essen und Tüv Nord legen Streit bei

Die in rot markierte Erschließungsstraße soll insbesondere Wohngebiete in Frillendorf entlasten. Die Trasse führt von der Hubertstraße kommend bis zur neuen Anschlussstelle Frillendorf-Nord, die Ende 2017 freigegeben werden soll. In Höhe des ehemaligen DMT-Geländes biegt die Trasse ab in Richtung Schönscheidstraße. Die Stadt veranschlagt Baukosten in Höhe von rund 30 Millionen Euro, 65 Prozent davon trägt das Land.
Die in rot markierte Erschließungsstraße soll insbesondere Wohngebiete in Frillendorf entlasten. Die Trasse führt von der Hubertstraße kommend bis zur neuen Anschlussstelle Frillendorf-Nord, die Ende 2017 freigegeben werden soll. In Höhe des ehemaligen DMT-Geländes biegt die Trasse ab in Richtung Schönscheidstraße. Die Stadt veranschlagt Baukosten in Höhe von rund 30 Millionen Euro, 65 Prozent davon trägt das Land.
Foto: WAZ FotoPool
Dem Bau der geplanten Erschließungsstraße zur A 40 über das ehemalige DMT-Gelände im Besitz des Tüv steht nichts mehr im Wege. Die Stadt Essen wird den notwendigen Geländestreifen kaufen. Eine Enteignung des Tüv ist nun vom Tisch und ein eineinhalb Jahre währender Streit beigelegt.

Essen.. Nun haben sich alle wieder lieb: Die Stadt Essen und der Tüv Nord haben sich nach einem eineinhalb Jahre währenden Streit auf den Kauf eines Geländestreifens auf dem ehemaligen DMT-Gelände verständigt. 1,1 Millionen Euro wird die Stadt dafür zahlen. Für den Bau der neuen A 40-Anschlussstelle in Frillendorf gilt die Trasse als unverzichtbar.

Als Stadtdirektor Hans-Jürgen Best und Werner Schmitz, Geschäftsführer der Tüv Nord Immobilien GmbH, der in Saal 327 des Rathauses versammelten Presse den ausgehandelten Kompromiss mit warmen Worten präsentierten, erinnerte die Szene ein wenig an das berühmte Komikerduo Stan & Olli. Da haben sich die beiden gerade erst gezankt wie die Kesselflicker. Nun nestelt der eine verschämt lächelnd an seiner Krawatte, während der andere dazu ein möglichst intelligentes Gesicht macht. Ob einer dem anderen unterm Tisch nicht noch schnell einen Tritt verpasst? Man weiß es nicht. Ohne näher auf die Rollenverteilung einzugehen - das war großes Kino.

Zur Erinnerung: Die Verwaltung war drauf und dran ein Enteignungsverfahren auf den Weg zu bringen, weil der Stadt die Bedingungen des Tüv unannehmbar erschienen. Letzterer drohte Mitgliedern des städtischen Planungsausschusses mit einer Verleumdungsklage, weil diese ihrem Unmut über das Verhandlungsgebaren des Tüv in öffentlicher Sitzung Luft gemacht hatten. Davon war gestern keine Rede mehr. Schmitz sprach von „Irritationen“. Wie putzig.

Landesregierung längst nicht mehr zum Lachen zumute

Dass mit Michael Heinze ein hochrangiger Vertreter des Verkehrsministeriums mit am Tisch saß, ließ erahnen, dass der Landesregierung längst nicht mehr zum Lachen zumute war. Warum? Dem Land sei sehr daran gelegen, den Verkehrsfluss am Autobahndreieck Essen-Ost zu verbessern. Die Verlegung der Anschlussstelle auf der nördlichen Seite der A40 in Richtung Osten ist Voraussetzung für die geplante zweispurige Verkehrsführung auf die A52. „Wir hätten uns gewünscht, dass viel früher gebaut würde“, so Heinze. Nun soll es im kommenden Jahr soweit sein, Mitte 2017 soll die Erschließungsstraße fertig sein, Ende 2017 dann die neue Anschlussstelle.

Stadt und Tüv haben dafür den „kasus knaxus“ gelöst. Dieser bestand in der Frage, wer für die etwaige Entsorgung von Altlasten aufkommen muss. Dass Altlasten auf dem ehemaligen Kokerei-Gelände schlummern, ist bekannt. Die Sorge besteht darin, dass gefährliche Stoffe ins Grundwasser gelangen könnten. Der Tüv wollte nach dem Eindruck der Stadt seine Hände für den Fall der Fälle in Unschuld waschen und das Kostenrisiko allein der Kommune zuschieben. Nun sollen zusätzliche Messpunkte entlang der Trasse helfen das Risiko zu minimieren und im Fall der Fälle den Verursacher zu bestimmen. Die Rolle des „bösen Buben“ wäre dann vergeben.

 
 

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