Frauen lassen sich durch Angelina Jolies Brustamputation für Vorsorge sensibilisieren

Angelina Jolie hat sich aus Angst vor Krebs beide Brüste abnehmen lassen. Die breite Berichterstattung hat manche Frau sensibilisiert.
Angelina Jolie hat sich aus Angst vor Krebs beide Brüste abnehmen lassen. Die breite Berichterstattung hat manche Frau sensibilisiert.
Foto: dpa
Die Brustamputation von Angelina Jolie wirkt sich bisher nur wenig auf das Patientenaufkommen in NRWs Frauenarztpraxen aus. Allerdings ist Fachärzten zufolge eine höhere Sensibilisierung durch die Erklärung der Hollywood-Schauspielerin erkennbar.

Essen. Die Frauen in Nordrhein-Westfalen lassen sich von der umfangreichen Berichterstattung rund um das Thema Brustkrebs nicht in Unruhe versetzen. Nach der Brustamputation von Angelina Jolie berichteten bayrische Ärzte von Anstürmen auf die Facharztpraxen und warnten vor Panikmache. An Rhein und Ruhr ist von Panik nichts zu spüren. Doch manche Patientin horcht nun eher in sich hinein.

"Wir werden nicht überrannt. Es ist der ganz normale Wahnsinn," fasst eine Mitarbeiterin einer Düsseldorfer Frauenarztpraxis die momentane Situation zusammen. Auch in Dortmund gibt es noch keine erkennbaren Auswirkungen des Medienechos. "Wir hatten noch nicht eine einzige Anfrage zu Gentests," berichtet eine Sprecherin eines Dortmunder Gynäkologen.

Berichterstattung über Jolie drängt manche Frauen zur Vorsorge

Jolie trägt nach eigenen Angaben die mutierte Variante des Gens BRCA1 in sich, das zu einem erhöhten Krebsrisiko führen kann. Entsprechende Gentests im Rahmen der Krebsvorsorge waren daher in den vergangenen Tagen in aller Munde.

In einem Essener Facharztzentrum sind nach Mitarbeiterangaben in den vergangenen Tagen vermehrt Patienten zu Vorsorgeuntersuchungen erschienen - wohl auch aufgrund der medialen Aufmerksamkeit. "Es kamen jetzt häufiger Patientinnen zu uns mit Schmerzen in der Brust. Das waren meist kleinere Beschwerden, die sie jetzt doch mal abgeklärt haben wollten. Frau Jolie hat für das Thema sensibilisiert", erklärt einer der Gynäkologen.

Fachärzte begrüßen Aufmerksamkeit für das Thema

Dr. Walter Dolff, Essener Bezirksvorsitzender des Berufsverbandes der Frauenärzte, mahnt zur Besonnenheit. "Man muss differenzieren. Liegt eine familiäre Gefährdung vor? Wenn zwei Vorgängergenerationen in direkter Linie von Brust- oder Eierstockkrebs betroffen sind, hätte man Anlass, sich Sorgen zu machen." Auch er könne bisher keine erhöhte Nachfrage feststellen, begrüßt aber die höhere Sensibilisierung. "Das ist schon immer ein Thema gewesen und ich finde es gut, dass nun Aufmerksamkeit darauf gelenkt wird."

Die bekannte Schauspielerin und Oscar-Preisträgerin Angelina Jolie hatte vergangene Woche bekanntgegeben, sich präventiv einer Brustamputation unterzogen zu haben. Ihre Ärzte hatten ihr zu dem Schritt geraten, da bei ihr ein 87-prozentiges Risiko für Brustkrebs bestand. Jolies Mutter starb 2007 an den Folgen der Erkrankung.

 
 

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