Flüssig und frei auf Englisch

Linda und Helen sortieren noch einmal kurz die Karteikarten und fragen ihren Englischlehrer nach einem Wort, aber dann geht es direkt los. Die Neuntklässlerinnen gehen nach vorne und halten ihr Referat. Eine Situation, die jeden Tag tausendfach in Deutschland passiert. Dass Linda und Helen trotzdem etwas nervöser sind als sonst, liegt daran, dass sie ihr Projekt nicht im Klassenraum des Werdener Gymnasiums präsentieren, sondern im Schulministerium in Düsseldorf.

Und im Publikum sitzen nicht nur Schüler, sondern unter anderem auch Ludwig Hecke, Staatssekretär des Schulministeriums, und Stephen A. Hubler, US-amerikanischer Generalkonsul. „Wir waren schon etwas aufgeregt”, geben die Mädchen im Nachhinein zu.

„Going Green“ hieß das transatlantische Projekt, das Schülern aus ganz Deutschland und den USA die Möglichkeit bot, mit Hilfe digitaler Medien gemeinsam an umweltpolitischen Themen zu arbeiten. Die Klasse 9e des Werdener Gymnasiums beschäftigte sich im Englischunterricht von Lehrer Karsten Brill über mehrere Wochen mit dem Thema „Nachhaltigkeit”. In insgesamt elf Teams recherchierten die Neuntklässler im Internet und vor Ort und entwickelten eigene Aktionspläne.

Es entstanden unter anderem Ideen zu Gemüsegärten in Werden, alternativen Tragetaschen und begrünten Erholungsoasen auf dem Kennedyplatz. Drei Schulen aus Nordrhein-Westfalen durften jetzt im Schulministerium ihre Projekte präsentieren, darunter auch das Gymnasium Werden. Linda Gilles (14) und Helen Lambert (14) vertraten die Schule.

Für ihr Projekt hatten sie Verpackungsgrößen untersucht und festgestellt, dass für viele Produkte zu viel Verpackungsmaterial verwendet wird. Sie rechneten anhand einiger Beispielprodukte aus, wie viel Gramm Verpackung man einsparen könnte und welche Auswirkungen dies auf die Umwelt hätte. Diese Ergebnisse stellten sie im Ministerium mithilfe einer Power Point-Präsentation vor - natürlich auf Englisch.

So lobte Lehrer Brill im Anschluss auch die fremdsprachlichen Fähigkeiten seiner Schülerinnen sowie ihre Präsentationskompetenz: „Es gehört schon gehörig Mut dazu, mit 14 Jahren eine Präsentation vor einem Generalkonsul und einem Staatssekretär zu halten. Dies dann auch noch flüssig und frei auf Englisch zu machen, ist eine herausragende Leistung.” Helen und Linda sind froh, dass es vorbei ist - aber auch stolz, diese Herausforderung gut gemeistert zu haben.

 
 

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