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Politik

Flüchtlingsheime - SPD fordert Verteilungsgerechtigkeit

22.10.2012 | 17:46 Uhr
Flüchtlingsheime - SPD fordert Verteilungsgerechtigkeit
Vor einer Woche: Ankunft der Roma aus Serbien und Mazedonien, die in der Turnhalle der ehemaligen Hauptschule an der Lohstraße in Essen untergebracht werden.Foto: Klaus Micke / WAZ FotoPool

Essen.   Bei Standorten für zusätzliche Flüchtlingsheime wird die SPD auf Verteilungsgerechtigkeit achten. Das haben Politiker gestern bei einem Besuch des Übergangsheimes an der Lohstraße in Essen-Bedingrade angekündigt. Zugleich nehmen sie Kritik an der Kommunikation des Landes mit nach Düsseldorf.

Bei der anstehenden Debatte um Standorte für zusätzliche Flüchtlingsheime wird die SPD auf Verteilungsgerechtigkeit achten. Das haben Sozial- und Landespolitiker gestern bei einem Besuch des Übergangsheimes an der Lohstraße in Bedingrade angekündigt.

Zugleich nahmen sie Kritik an der Kommunikation des Landes mit nach Düsseldorf, sagt Landtagsmitglied Britta Altenkamp: „Es kann nicht sein, dass die Verwaltung von den Medien erfährt, dass sie ab nächste Woche Flüchtlinge aufnehmen soll. Das muss besser kommuniziert werden.“

Flüchtlings-Strom wird ansteigen

Bis November müsse die Verwaltung Standortvorschläge für die Standorte eines oder mehrerer Flüchtlingsheime vorlegen, sagen die Sozialpolitiker Dirk Heidenblut und Karla Brennecke-Roos. Denn der Strom der Flüchtlinge aus Serbien und Mazedonien werde erfahrungsgemäß bis Mitte Dezember ansteigen und danach allmählich versiegen. Heidenblut : „Deshalb brauchen wir im Dezember die Aufnahme-Kapazität.“

Ob es einen oder mehrere Übergangsheim-Standorte geben wird, ist nach Angaben des Sozialdezernates noch offen. „Wir prüfen gerade den Bedarf“, sagt Thomas Römer, Geschäftsbereichsbeauftragter des Dezernenten. „Wir wissen, es kommen laufend neue Flüchtlinge, und das wird bis Mitte Dezember so weiter gehen.“ Dagegen steht inzwischen fest, dass die Turnhalle an der Lohstraße garantiert bis zum 31. Oktober wieder leer gezogen sein wird. Das hat die Stadt von der Bezirksregierung schriftlich bekommen.


Kommentare
22.10.2012
20:54
Flüchtlingsheime - SPD fordert Verteilungsgerechtigkeit
von DU-Kersten | #6

Wer trägt die Kosten ?
Falls hauptsächlich die Kommunen die Kosten zu tragen haben, sollte dies bei der Verteilung der Asylsuchen berücksichtigt werden. Ich denke da an Meerbusch, Königstein im Taunus etc.

1 Antwort
Flüchtlingsheime - SPD fordert Verteilungsgerechtigkeit
von Aasgeier | #6-1

Die Kosten tragen die Steuerzahler. Ob das Geld jetz aus den Töpfen des Bundes, Landes oder Kommunen kommt, ist dabei wohl egal.

Die Kommunen bekommen die Sozialhilfekosten (teilweise) erstattet, auf allen anderen Kosten, insbesondere Verwaltungskosten bleiben sie sitzen.

22.10.2012
19:51
Flüchtlingsheime - SPD fordert Verteilungsgerechtigkeit
von PESATO | #5

Erst richtig spannend wird es für Deutschland, wenn auch noch Spanische, Portugiesische, Griechische etc. "Wirtschaftsflüchtlinge" und keine ASYL-SUCHENDE in Scharen nach Deutschland kommen. Und diese werden schon bald kommen, wenn sie in Ihren eigenen Ländern nichts mehr zu Essen und Arbeit haben! Sofortige Visumspflichtig einführen sonst haben wir die größte Krise auch in Deutschland und zwar sehr bald!!!. Darauf kann man schon jetzt Wetten!!!

22.10.2012
19:29
Flüchtlingsheime - SPD fordert Verteilungsgerechtigkeit
von Formeleins | #4

Liebe Politiker, es macht Sinn auf eine sofortige Visumspflicht zu pochen, dann hat man das Problem im Dezember nicht.

22.10.2012
18:56
Flüchtlingsheime - SPD fordert Verteilungsgerechtigkeit
von Talion | #3

Ich habe eine prima Idee....jeder SPD-Politiker gibt jeweils einer Flüchtlingsfamilie in den eigenen 4 Wänden Obdach. So kann man verschiedene problematische Aspekte dieser Situation aus der eigenen praktischen Perspektive besser beurteilen. Die Grünen freuen sich bestimmt mit ihren Eigenheimen hilfreich zur Seite stehen zu dürfen.

2 Antworten
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #3-1

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

Weil SPD und Grüne
von bigkahuna | #3-2

für das Asylrecht und die Länge, bzw. Dauer der Überprüfungsverfahren verantwortlich sind ? Sie wissen schon, wer aktuell die Mehrheit im Bundestag stellt?
Ist aber auch egal, denn daß das Asylrecht ist im Grundgesetz verankert ist und seiner bundesgesetzliche Regelung eine Konsenslösung !
Und Ihre lustige und originelle Idee (gääääääähn ) wird auch nach dem 4578924. mal nicht geistreicher.
Wer also nicht nur nicht stumpf über Asylbewerber herzieht, sondern auch noch das Asylrecht grundsätzlich verteidigt, soll also Asylbewerber aufnehmen?
Gehen Sie doch selbst mit gutem Beispiel voran und klinken sich auch komplett aus sämtlichen öffentlichen Leistungen aus :
Bauen Sie sich selbst ihre Ampeln, engagieren Sie sich persönliche Polizisten und Feuerwehrmänner, dann würden Sie auch ihre Zeit nicht mit solchen Kommentaren verplempern.
Ich habe Steuergelder schon für Schlechteres ausgegeben, als für Asylsuchende.

22.10.2012
18:50
Flüchtlingsheime - SPD fordert Verteilungsgerechtigkeit
von Tante.Otti | #2

Und wie immer gilt: doppelverdiende Pensionsanwärter bekommen so etwas nicht in Nähe.

Aktive Integrationsarbeit bedeutet, dass dort täglich jemand von der Verwaltung vor Ort ist und die Betreuung durchführt.

Schon alleine die Aussage "...garantiert bis ...wieder leer gezogen..." zeigt, wie Sozialpolitik wirklich tickt.

22.10.2012
18:26
Verteilungsgerechtigkeit: ja, und Verteilungsvernunft !
von eimerweise | #1

Es macht wenig Sinn, die bettelarmen Auswanderer aus Mazedonien neben Lifestyle-Treffpunkten oder in exponierten Ausflugsgegenden unterzubringen, wie es in der Vergangenheit bereits vorkam.
Hier ist Streit, Neid und Unverständnis vorprogrammiert, Genossen.

1 Antwort
Flüchtlingsheime - SPD fordert Verteilungsgerechtigkeit
von kricky | #1-1

Ein in der Tat interessanter Befund: Die Stadtteile, in denen die Armtusquote besonders hoch ist, haben die mit Abstand größeren Integrationsreserven - billigeren Wohnraum, aufgeschlossenere und migrationserfahrene Bewohnerschaft, besser aufgestellte Sozialarbeit.

Schade allerdings, dass man in den "besseren" Vierteln den eigenen Standtort so integrationsschwach sieht...

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