Flüchtlinge in Essen klagen über Angriffe des Wachdienstes

Am Sonntag vor der Flüchtlingsunterkunft im Essener Opti-Park: Flüchtlinge berichten, dass es Übergriffe auf andere Bewohner der Unterkunft gab.
Am Sonntag vor der Flüchtlingsunterkunft im Essener Opti-Park: Flüchtlinge berichten, dass es Übergriffe auf andere Bewohner der Unterkunft gab.
Foto: Ulrich von Born / WAZ FotoPool
In der Flüchtlingsunterkunft im Essener Opti-Park soll laut Medienberichten zu Prügelattacken des Wachdienstes gekommen sein. Von einem der Bewohner liege sogar ein ärztliches Attest vor. Der Betreiber kennt dieses Missstände in der Essener Unterkunft nach eigenen Angaben bislang nicht.

Essen.. In der Essener Flüchtlingsunterkunft im Opti-Park soll es zu Prügelattacken des Wachdienstes gekommen sein: Wie der WDR meldet, berichten mehrere Flüchtlinge dort von Übergriffen und Demütigungen. Von einem der dort lebenden Flüchtlinge soll sogar ein ärztliches Attest vorliegen, das die Verletzungen dokumentiert.

Betrieben werden die Unterkünfte in Essen von der Firma European Homecare, deren Sprecherin auf die Anfrage der WAZ überrascht reagierte. Vorwürfe aus einer weiteren Unterkunft in Burbach seien dem Unternehmen seit vergangenem Freitagabend bekannt, „aus Essen kennen wir keine Vorwürfe“, sagte Renate Walkenhorst. Auch Sozialdezernent Peter Renzel kennt nur die Vorwürfe aus Burbach, will aber am Montag sofort Kontakt mit European Homecare aufnehmen und die Qualitätsstandards einfordern. Er will gleichzeitig prüfen, ob zum Beispiel die Sicherheitskräfte polizeiliche Führungszeugnisse nachgewiesen haben.

Die Essener Polizei bestätigte am Montagmorgen auf Anfrage, dass Flüchtlinge, die in der Unterkunft im Opti-Park untergebracht sind, in den vergangenen 14 Tagen drei Anzeigen gegen das Wachpersonal der Unterkunft erstatteten. Die Kriminalpolizei ermittelt in allen drei Fällen wegen einfacher Körperverletzung. Details wollte die Behörde am Montagmorgen nicht nennen.

Beschuldigtes Unternehmen bewacht mehrere Asylheime

Der Opti-Park wird als Notunterkunft vom Land genutzt, weil alle zentralen Ersteinrichtungen belegt sind. Die über 300 Bewohner werden vom Unternehmen European Homecare im Auftrag der Bezirksregierung Arnsberg betreut. Aber auch die städtischen Asylheime in den Stadtteilen Frintrop und Kupferdreh werden von European Homecare versorgt. Aus diesen städtischen Unterkünften sind laut Renzel keine Klagen bekannt.

Im Essener Opti-Park klagten bereits vor einigen Wochen Flüchtlinge darüber, kein Abendessen zu bekommen und hungern zu müssen. Damals erklärte European Homecare das mit einem Missverständnis; da es mittags warme Mahlzeiten gebe und gleichzeitig für abends Essenspäckchen verteilt würden. „Aber selbst, wenn Bewohner das Lunchpaket schon mittags essen, erhalten sie auf Wunsch jederzeit noch etwas zu essen“, hieß es. Und die Bezirksregierung Arnsberg, die für die Einrichtung zuständig ist, bestätigte das.

Bislang, so sagte die Stadt nach den Klagen über das fehlende Essen, seien die Verantwortlichen mit der Betreuung durch die Firma sehr zufrieden. Nun aber geht es laut WDR neben den Prügelvorwürfen auch um mangelnde Hygiene im Opti-Park.

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