Essen

Essener bürgten für Flüchtlinge – nun verlangt das Jobcenter bis zu 50.000 Euro

Bürgen sollen für den Unterhalt von Flüchtlingen aufkommen. (Symbolbild)
Bürgen sollen für den Unterhalt von Flüchtlingen aufkommen. (Symbolbild)
Foto: Dominik Möller

Essen. Sie wollten Syrer dabei unterstützen aus den Kriegsgebieten in der Heimat zu fliehen. Um ihnen eine legale Einreise nach Deutschland zu ermöglichen, bürgten viele Bürger für syrische Flüchtlinge, darunter auch diverse Essener.

Jetzt werden die Betroffenen zur Kasse gebeten. Das Jobcenter hat damit begonnen, die Unterhaltskosten für die Flüchtlinge zurückzufordern. Und das betrifft mehr Essener als bisher gedacht. „Es könnten 250 bis 300 Personen sein“, sagte der Leiter des Jobcenters, Dietmar Gutschmidt, auf Nachfrage der WAZ (Bezahlinhalt).

Flüchtlingsbürgen drohen Forderungen bis 50.000 Euro

Im Juli hieß es noch, dass lediglich 200 Bürger aus Essen für syrische Flüchtlinge gebürgt hätten. Auch die finanziellen Dimensionen sind in der Zwischenzeit konkreter geworden.

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So fordert das Jobcenter pro Fall zwischen 5.000 und 20.000 Euro für Lebensunterhalt und Unterkunftskosten. Weil viele Betroffene gleich mehrere Bürgschaften hinterlegt hatten, könnten sich die Rückzahlungen nach Angaben der Zeitung bei einigen Essenern auf bis zu 50.000 Euro summieren.

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Bleiben die Bürgen verschont?

Die Forderung des Jobcenters, das nach eigenen Angaben auf Grundlage einer Vorgabe des NRW-Arbeitsministeriums handelt, kam für die meisten Betroffenen überraschend: „Man hat uns bei der Ausländerbehörde damals gesagt, dass die Ansprüche nicht weiter verfolgt werden, sobald die Flüchtlinge hier einen Asylantrag stellen“, beschwerte sich ein Flüchtlingsbürge im Juli gegenüber der WAZ – offensichtlich ein Trugschluss.

Noch ist unklar, ob die Bürgen die hohen Ausgleichssummen wirklich tragen müssen. Warum die Betroffenen unter Umständen von der Rückzahlung verschont bleiben könnten, erfährst du hier bei der WAZ (Bezahlinhalt).

 
 

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