Essen

„Fliegeralarm“ in Essen: Radikale Mädchen schockieren Einsatzkräfte vor RWE – Aktivisten wollen Polizei austricksen

Die Klima-Aktivistinnen schalteten in ihrem Käfig vor RWE einen „Fliegeralarm“ ein.
Die Klima-Aktivistinnen schalteten in ihrem Käfig vor RWE einen „Fliegeralarm“ ein.
Foto: Justin Brosch

Essen. Ohrenbetäubend war der Klima-Protest von Greenpeace-Aktivisten am Mittwochmorgen gegen 9.15 Uhr vor der RWE-Zentrale an der Huyssenallee in Essen. Auch am Nachmittag sind die Demonstranten noch vor Ort.

Zwei Aktivistinnen hatten sich vor dem Gebäude in Essen in einen fahrbaren Käfig aus Metall eingesperrt. „Das war ein selbstgebautes Metallgerüst“, sagt ein Polizeisprecher auf Nachfrage von DER WESTEN. Die anwesenden Polizisten bekamen die Mädchen nicht aus dem Käfig heraus. Die Feuerwehr musste mit Spezialgerät aushelfen.

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Klima-Protest von Greenpeace in Essen vor RWE: Fliegeralarm eingeschaltet

Während die Einsatzkräfte damit beschäftigt waren, das Gehäuse zu öffnen, schalteten die Aktivistinnen immer wieder einen extrem lauten Alarm an, der einem Fliegeralarm ähnelte und augenscheinlich ebenfalls selbstgebaut war. Die Polizisten und Feuerwehrleute mussten sich die Ohren zuhalten, nur mit Gehörschutz konnte weitergearbeitet werden.

Mädchen weigerten sich, herauszukommen

Als der Käfig schließlich offen war, wehrten sich die Mädchen nach Informationen von DER WESTEN ein letztes Mal dagegen, herauszukommen - indem sie wieder den Alarm anschalteten.

Aktivisten wollen Polizei austricksen

Nach Informationen von DERWESTEN nahm die Polizei den Aktivisten die Alarmsirene weg. Doch die Aktivisten tricksten die Polizei aus und holten wenig später eine zweite Alarmsirene hervor, die sie gegen 12 Uhr aufheulen ließen.

Das gleiche Spiel gab es dann noch einmal in einem Container. Dieser stand schon seit Dienstag auf dem Gelände vor RWE. Auch hier verschanzten sich nach Auskunft der Polizei zwei Frauen. Der Container bestand aus Metall, an einer Seite war er mit einer Plexiglasscheibe versehen. Als die Demonstrantinnen bemerkten, dass die Feuerwehr auch hier Spezialgeräte einsetzte, um den Container aufzubrechen, blockierten sie ihn noch von innen mit Sperrriegeln.

Feuerwehr muss Container aufbrechen

„Immer mal wieder“ seien dabei die „extrem lauten“ Sirenen ertönt. Nach mehreren Versuchen schaffte es die Feuerwehr den Container zu öffnen, die Polizei beschlagnahmte die Sirenen.

Am Ende gab es eine Anzeige wegen Körperverletzung und einen Platzverweis. Körperverletzung deshalb, weil mehrere Einsatzkräfte über Schmerzen im Gehörgang klagten, erklärt der Polizeisprecher.

Auch müssen sich die Verantwortlichen nun wegen Missbrauchs von Notsignalen verantworten. Viele Bürger hatten sich besorgt an die Polizei gewandt, weil sie dachten, dass eine akute Gefahr herrsche, teilte ein Sprecher der Polizei mit.

Greenpeace mit weiteren Klima-Protest-Aktionen an RWE-Zentrale

Die Aktivistinnen im Käfig und im Container war nur eine von mehreren Protest-Aktionen von Greenpeace bei RWE am Mittwoch gegen Braunkohlekraftwerke des Konzerns. Diese seien zu einem erheblichen Teil schuld an einem erhöhten CO2-Ausstoß und damit für eine Verschärfung der Klimakrise.

Kletterer haben die Fassade des Gebäudes erklommen und ein etwa 60 Quadratmeter großes Transparent ausgerollt. Darauf zu lesen: „Eure Zukunft geht mir am Arsch vorbei!“ Abgebildet ist daneben die Silhouette von RWE-Chef Rolf Martin Schmitz.

Die Polizei ist am Mittwoch bei der Demo vor Ort. Da die Demonstration nicht angemeldet war, erhielten die Aktivisten dafür ebenfalls eine Anzeige - wie auch eine weitere dafür, dass sie den Vorraum von RWE nicht verlassen wollten. Störendes oder gewaltsames Verhalten habe es aber nicht gegeben, betonte der Polizeisprecher auch gegen Nachmittag.

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30 Aktivistinnen und Aktivisten haben auf dem Dach des Gebäudes übernachtet und demonstrieren weiterhin mit Bannern dafür, unverzüglich erste Braunkohlekraftwerke in NRW abzuschalten.

In den kommenden Tagen werden in der Region erneut Tausende gegen klimaschädliche Kohle demonstrieren. Am Freitag ruft Fridays For Future in Aachen zu einer internationalen Großdemo auf. >>> hier mehr dazu Am Samstag, den 22. Juni, findet um den von der Abbaggerung bedrohten Ort Keyenberg ein Aktionstag für mehr Klimaschutz und gegen die Zerstörung weiterer Dörfer statt. Der Aktionstag wird von einem bundesweiten Bündnis aus umwelt- und zivilgesellschaftlichen Organisationen - darunter Greenpeace - ausgerichtet und steht unter dem Motto "Kohle stoppen - Klima und Dörfer retten". (js, lin mit dpa)

 
 

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