Fitness-Studio dicht - "Borbecker Sportwelt" schließt einfach über Nacht

Das Fitnessstudio Borbecker Sportwelt hat geschlossen.
Das Fitnessstudio Borbecker Sportwelt hat geschlossen.
Foto: WAZ FotoPool
Schock für die Kunden der "Borbecker Sportwelt": Anfang der Woche stand die Kunden vor verschlossenen Türen. Das Studio schloss einfach über Nacht. Inhaber Joachim Herden tat dies aber nicht zum ersten Mal, zuvor tat er dies auch in Oberhausen. Gegen Herden ermitteln mehrere Staatsanwaltschaften.

Essen. Schock für die Besucher des Fitness-Studios „Borbecker Sportwelt“ an der Wüstenhöfer Straße: In einer Nacht- und Nebelaktion ist das Studio Anfang der Woche geschlossen worden. Eine Ankündigung der Schließung hatte es dem Vernehmen nach nicht gegeben. Jetzt stehen regelmäßig ratlose Kunden vor der Tür, berichten Beobachter.

Der Betreiber des Fitness-Studios ist einigen Menschen in Essen ein Begriff: Es handelt sich um Joachim Herden, der von Oktober 2010 an ein Jahr lang Präsident des Eishockey-Clubs ESC Moskitos Essen war. Herden war als Retter gefeiert worden, konnte aber die Insolvenz des Vereins, der heute in der Oberliga spielt, nicht verhindern.

Herden hatte im Juni 2011 die „Borbecker Sportwelt“ übernommen. Geschätzte Kundenzahl: 1300. Sie zahlen monatlich etwa 35 Euro im Monat für ihr Abo. Noch Anfang des Monats und am 15. November hatte Herden dem Vernehmen nach die Monatsbeträge seiner Kunden abbuchen lassen. Experten raten, dass Kunden ihre Geldinstitute zu einer Rückbuchung veranlassen sollten.

Herden tat dies nicht zum ersten Mal

Gegen Herden ermitteln mehrere Staatsanwaltschaften, unter anderem wegen Sozialversicherungsbetrugs. In Oberhausen hatte Herden vor einem Jahr mehrfach für Negativ-Schlagzeilen gesorgt: Auch dort ließ er ein Fitness-Studio, das er betrieben hatte, von jetzt auf gleich schließen – die „CC Sportwelt“. Dort soll er Mitarbeitern monatelang kein Geld gezahlt und erhebliche Mietschulden hinterlassen haben. Es geht angeblich um eine Viertelmillion Euro.

In Borbeck musste Herden monatlich 11.000 Euro Miete für sein Fitness-Studio zahlen. Herden, der sich selbst als „Projektentwicker“ bezeichnet und in Oberhausen große Pläne hatte mit einer Skihalle nach Bottroper Vorbild, ist trotz vieler Versuche seitens der Redaktion derzeit nicht erreichbar. Aus den Plänen der Skihalle für Oberhausen, mit denen sich dort bereits ranghohe Beamte ernsthaft beschäftigt hatten, ist nie etwas geworden. Leute, die mit Herden regelmäßig zu tun hatten, beschreiben ihn als „hemdsärmligen, kumpelhaften Typen“.

Am Westbahnhof bei den Moskitos war er im Herbst 2010 überraschend als neuer Präsident hervorgezaubert worden – da hatten die Moskitos schon erhebliche Probleme, es fehlten wohl 100.000 Euro. Dem Vernehmen nach soll Herden derzeit häufig beim Borbecker Gerichtsvollzieher zu Gast sein.

 
 

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