Firmenticket: OB Thomas Kufen zahlt 55,70 Euro an die Evag

Evag-Chef Michael Feller übergibt OB Thomas Kufen das Ticket.
Evag-Chef Michael Feller übergibt OB Thomas Kufen das Ticket.
Foto: FUNKE Foto Services
Essens Oberbürgermeister Thomas Kufen wirbt für das Firmenticket. Wo es möglich sei, wolle er den öffentlichen Nahverkehr nutzen – vor allem privat.

Essen. Um Neukunden muss man sich kümmern – um diesen besonders: Oberbürgermeister Thomas Kufen hat sich entschieden, ein Monatsticket für Bahn und Bus zu erwerben – und das bekam er am Donnerstag vom Evag-Chef Michael Feller persönlich im Betriebshof Stadtmitte überreicht. Zwar wird der Oberbürgermeister zu den meisten Dienstterminen wohl weiterhin auf das Auto angewiesen sein. Aber wo es möglich sei, wolle er den öffentlichen Nahverkehr nutzen – vor allem privat. Das Firmenticket der Preisstufe A3 für genau 55,70 Euro im Monat (und damit auf die Stadt Essen beschränkt) bezahlt der OB aus eigener Tasche, wie die anderen 1030 Firmenticket-Besitzer der Stadtverwaltung auch.

Mit seiner Initiative will Kufen für das Firmenticket werben, das eine kostengünstige und klimafreundliche Alternative zum Auto biete. Werbung kann die Verkehrsgesellschaft Evag in dieser Sache gut brauchen, denn beim Firmenticket stellte sie schon seit vier Jahren keine signifikanten Anstiege mehr fest. Die Kurve geht gar ganz leicht nach unten – wie bei den Abo-Karten insgesamt.

Das Firmenticket selbst ist preisgünstiger als das Ticket 1000, weil das Verkehrsunternehmen Mengenrabatt gewährt: sechs Prozent ab 50 Tickets, 8,5 Prozent ab 101, zehn Prozent ab 201 Karten, 10,5 Prozent ab 451 und elf Prozent ab 701 Tickets. Zu den Abnehmern gehören u.a. die Stadt mit rund 9000 Mitarbeitern, die Konzerne RWE und Eon und die Krankenhäuser.

Bisher 15.000 Kunden

Unter den rund 100.000 Abo-Kunden zählt die Evag knapp 15.000 Inhaber eines Firmentickets, darunter 5306 (Stand Juli), die bei einem Unternehmen in Essen arbeiten. Mit 175 Firmen kooperiert die Evag. „Und bei Neuansiedlungen machen wir speziell Werbung für dieses Ticket“, sagt Evag-Sprecher Olaf Frei. Zudem müssen Betriebe bei Neubauten weniger Stellplätze zur Verfügung stellen, wenn ihr Personal zum Firmenticket greift.

Die Industrie- und Handelskammer Essen startete vor drei Jahren mit der Evag ein Pilotprojekt, um auch kleinere Firmen mit weniger als 50 Beschäftigten in den Genuss des preisgünstigen Tickets kommen zu lassen. Neben dem Rabatt gab es obendrein noch einen Zuschlag vom Chef von zehn Euro für jeden Mitarbeiter. „Wir wollten damit einen zusätzlichen Anreiz schaffen, öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen“, erklärt Heinz-Jürgen Hacks, Leiter der IHK-Industrieabteilung. Die erste Bilanz nach mehreren Monaten mit nur etwas mehr als 40 Ticket-Bestellungen war bescheiden. Trotzdem: „Wir haben das Ticket weiterhin im Angebot“, so Hacks. Abrufbar auf der Homepage der IHK-Essen.

 
 

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