Feierstunde fürs ‘Werdener Modell’

Foto: WAZ

Draußen: Regen, Schnee und Wind. Drinnen in der Klasse: Eitel Sonnenschein mit den jungen Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufen fünf bis acht. Die Jubiläumsfeier bot einen Rückblick und eine aktuelle Sicht auf 20 Jahre Freiarbeit am Werdener Gymnasium.

Bei dieser Art der Arbeit können die Schüler ihre Themen nach ihren eigenen Interessen wählen und in eigener Lernstruktur bearbeiten. In der Begrüßungsrede hob Schulleiterin Felicitas Schönau den Wert dieser besonderen Arbeitsform hervor und lobte das bisher Erreichte. „Dafür haben die Lehrer ein eigenes Konzept erarbeitet, das ‘Werdener Modell’.“

Entdeckerfreudeund hohe Motivation

„In einer Freiarbeitsklasse findet pro Woche zwei bis drei Stunden kein Fachunterricht statt“, erläuterte Rita Tekülve, die das Jubiläums-Programm erstellte und einen Überblick über beide Jahrzehnte gab. „Freiarbeit ist als Arbeitsform an verschiedenen Stellen des Schulalltags integriert, in der Förderstunde, dem Kulturtag, in der Projektarbeit aller Fächer und Stufen“ sagte die Lehrerin. Schwerpunkte seien insbesondere Präsentation sowie Kreativität.

Ihre Wissbegierde, Entdecker-Freude und hohe Motivation präsentierten die Jungen und Mädchen in der Darbietung der einzelnen Programmpunkte. Elena Schnorrenberg, Lotta Haardt, Ylva Trebing aus der Klasse 5f trugen sehr beredt lustige Tiergedichte vom Esel und Wal Karl vor. Zum Schmunzeln auch die erfundene Geschichte vom total langweiligen Nordsee-Urlaub. „Ich sah einen Stiefel im Wasser, darin war ein Fisch. Der Schwimm-Meister war dick, rundlich und sogleich unsympathisch, außerdem hatte ich Angst, vom Drei-Meter-Brett zu springen. Und pass auf den Wald auf, wenn Du da drinnen stehst, wirst Du vielleicht noch mitgerodet“, so die dreiköpfige Schülerauswahl der 6d.

„Wir haben mit unserem Lehrer einen Tanz einstudiert“ verriet Evangelos Tsakiris – gekleidet in schwarzer Hose, weißem Hemd und schwarzer Fliege. Den „Modern Dance“ legte er zusammen mit seinen Klassenkameraden Marlon Martin-Casais und Levi Dinkheller aufs Parkett, Johannes Lambert assistierte in der Technik.

Nächster Titel: „Recherche aktuell - Wandel durch Flucht“ lautete das Thema der Stufe 7e. Ein Schaubild an der Wand zeigte die Gegensätze von Früher und Heute. „Eine Flucht kann ein ganzes Leben verändern“ hieß es in der Quintessenz. Es ging um einen jungen Flüchtling aus dem Nahen Osten, der in einem Heim für Minderjährige lebt, in der Schule Deutsch lernt, monatlich 300 Euro Lebensunterhalt bekommt und von seiner zehnköpfigen Familie drei Mal täglich angerufen wird, damit er ihnen Geld schickt.

Der Mimesis Taurus kannsich unsichtbar machen

In der Reihe „Experiment“ befasste sich die 7f mit der Verwandlung in der Biologie. Anhand der Raupe, des Schmetterlings und des Frosches wurde die Evolution erklärt. „Alle Tiere haben neben Warnmustern auch verschiedene Überlebenstricks entwickelt.“ So der im Ozean lebende Mimik-Oktopus, der als langarmiger Kopffüßler verschiedene Formen annehmen kann, während der Mimesis Taurus die Eigenschaft besitzt, sich gänzlich unsichtbar zu machen.

„Mein kleiner grüner Kaktus“, der Songtext und Klassiker von den Comedian Harmonists, gesungen von über 30 Gymnasiasten der Klasse 5f, bildete den musikalischen Abschluss.

Eine Ausstellung mit Fotos aus dem Alltag der Freiarbeitsstunden, Projektpräsentationen und Themen sowie Ergebnissen der Projektphasen in Stufe sieben rundeten einen inhaltsreichen Einblick in die andere Form des schulischen Daseins ab.

Zu bewundern war auch noch ein aus Papier und Pappe selbst gebasteltes Nildorf, dazu zwei Fibeln: eine über Erich Kästner, die andere von einer Reise durch Alaska von Luisa Lorenga, zehn, und Anika Sievers, zwölf Jahre alt.

 
 

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