Farbenfroher Anziehungspunkt

Foto: WAZ

Südostviertel/Huttrop..  Ein knappes halbes Jahr ist es nun her, dass 21 Künstler aus Essen und aller Welt die vormals grauen, schäbigen Schallschutzwände im Südostviertel in eine große, öffentliche Galerie verwandelten. Die Künstler nutzten die Sperrung der A 40, um das Viertel ein bisschen bunter zu gestalten. Aber was ist eigentlich aus diesem Mammutprojekt geworden und wie sieht es mit der Nachhaltigkeit aus?

Öffentliche Galerie

Vertreter des SPD-Ortsvereins Huttrop/Südostviertel veranstalteten den ersten Bürgerspaziergang 2013 entlang der Kunststrecke, um Antworten auf diese Fragen zu finden. Und sie scheinen sich einig zu sein: Bunt sind eindeutig nicht nur die Wände - auch der Alltag derjenigen, die entlang der 3,5 Kilometer langen Galerie wohnen oder die hier entlang schlendern, ist farbenfroher geworden.

„Ich beobachte immer wieder, dass fremde Menschen, ganz gleich ob jung oder alt, miteinander ins Gespräch kommen und sich über die Kunst unterhalten“, erzählt SPD-Ratsfrau Julia Kahle-Hausmann während des Spaziergangs mit Gigo Propaganda, dem leitenden Künstler des Projekts „Waende Südost“, und anderen Interessierten.

Genau das ist es dann auch, was diese Galerie nicht nur zu einer Komposition von verschiedenen Bildern macht, sondern auch die Kommunikation unter den Bürgern fördert. Ob die einzelnen Werke gefallen oder nicht: Hauptsache, sie regen zur Diskussion an, findet Kahle-Hausmann.

Andreas Wiemers, Vorsitzender der SPD Huttrop/Südostviertel spricht von einem „Identitätsmerkmal“ für den Stadtteil und von einem „Touristenanziehungspunkt“, der sich dort entwickelt habe. „Die Größe dieser Galerie sowie die Vielfältigkeit an Kunst, die sie bietet, macht die Wände zu einem Anziehungspunkt. Und das nicht nur für die Menschen aus dem nahen Umfeld“, erklärt Wiemers mit ein wenig Stolz in der Stimme.

Gigo Propaganda läuft die Strecke fast wöchentlich ab, um, wie er sagt, die Gesamtsituation im Blick zu behalten. Gemeinsam mit Mitarbeitern des Bürger- und Kulturzentrums „Storp 9“ werden regelmäßig qualifizierte und fachmännische Spaziergänge entlang der Kunststrecke angeboten. Dies sei, so der Künstler, ebenfalls ein wichtiger Aspekt der Nachhaltigkeit.

Und mit den „Waenden Südost“, die das Viertel in ein Zentrum für „Mural Art“ verwandelt haben, nicht genug: „Es wird sicherlich eine Fortsetzung geben“, verrät Kunsthistorikerin Iris Hohmann. Wie genau diese aussehen soll – das wird noch entschieden.

EURE FAVORITEN