Evangelische Kirche erteilt Zukunftsschule eine klare Absage

Das war’s dann wohl: Mit überraschend deutlicher Mehrheit hat sich die Kreissynode der Evangelischen Kirche in Essen gegen die Gründung einer Zukunftsschule im Gebäude der auslaufenden Gesamtschule Süd zum Schuljahr 2014/2015 ausgesprochen. 89 Synodale lehnten die Pläne ab, lediglich 42 votierten dafür – damit ist das Projekt nach fast fünfjähriger, intensiver Vorarbeit auf der Ziellinie gescheitert. „Einen neuerlichen Anlauf wird es definitiv nicht geben, unsere Arbeit endet hier“, zeigte sich Wolfgang Sykorra als Sprecher der Projektgruppe sichtlich enttäuscht. Vor allem die finanziellen Risiken, die Investitionen von knapp 18 Millionen Euro in den Kauf des städtischen Grundstückes an der Frankenstraße in Stadtwald und den behindertengerechten Umbau des Schulhauses, erschien vielen Synodalen aus den Gemeinden und Diensten als zu gewagt, dazu der Rückgriff auf 80 Prozent des Kapitalvermögens der Evangelischen Kirche in Essen – dies alles wog letztendlich schwerer, als die Aussicht auf ein beispielloses, pädagogisches Schulprojekt für behinderte und nicht behinderte Kinder, ein „Leuchtturmprojekt“ für die Protestanten, wie die Befürworter unter den Synodalen betonten, das für Aufbau und Zuversicht stehe.

Dabei ging es in der zum Teil emotional geführten intensiven Diskussion nur ganz selten um die inhaltliche Ausgestaltung der Zukunftsschule. Es waren vor allem die finanziellen Fragen, die die Debatte am Samstag im Gemeindehaus an der Immelmannstraße in Schonnebeck prägten. Vor allem die Rede von Thomas Caspers-Lagoudis, dem Vorsitzenden des Finanzausschusses, zeigte deutliche Wirkung. Erstmals in der Geschichte des Kirchenkreises war der Kreissynodalvorstand dem Votum seiner Finanzexperten nicht gefolgt, die in ihrer Sitzung zur Synode am 17. April das Finanzkonzept der Projektgruppe mit deutlichen Worten abgelehnt hatten. Caspers-Lagoudis ließ keinen Zweifel daran, dass sich an der Haltung des Finanzausschusses nichts geändert hat: „Die finanzielle Risiken sind nicht vertretbar, sie sind deutlich zu hoch.“ Davon auszugehen, dass alle Planungsvorgaben und Faktoren 30 Jahre lang unverändert gültig blieben, sei gewagt. Bei einem Scheitern würden die Verluste an die Substanz des Kirchenkreises gehen: „Wir binden uns finanziell an ein Schulprojekt.“

 
 

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