Evag nennt den Streik „unsozial“

Schwere Geschütze gegen den heute beginnenden zweitägigen Warnstreik im öffentlichen Dienst fährt die Essener Verkehrs AG auf. Evag-Vorstandschef Michael Feller bezeichnete die Streikstrategie der Gewerkschaft Verdi als „unsozial und unökologisch“. Sie passe nicht zu den finanziellen Rahmenbedingungen der verschuldeten Ruhrgebietskommunen und ihrer Verkehrsbetriebe.

„Bei einer ungeplanten Tariferhöhung um einen Prozentpunkt wird der Gesamtaufwand bei der Evag jährlich um rund 900 000 Euro erhöht“, rechnet Feller vor. Bei der Evag betrage die durchschnittliche Tariferhöhung über alle Lohngruppen nach Forderung der Gewerkschaft Verdi rund 9,1 Prozent. „Das wären rund 5,3 Millionen Euro an ungeplanten Ausgaben im Jahr 2014, rund fünf Prozent der jährlichen Ticketeinnahmen der Evag“, so Feller.

Der Vorstandschef erklärte, er habe zwar viel Verständnis für eine Anhebung der Löhne in den unteren Lohngruppen, von der besonders die Fahrerinnen und Fahrer profitieren. „Aber die Verdi- Streikstrategie, die die Städte für weitere zwei Tage komplett lahm legt, geht zu Lasten all derer, die auf den Nahverkehr angewiesen sind: die Pendler, die Rentner und die Schulkinder.“ Etwa 70 Prozent der Evag-Mitarbeiter sind Verdi-Mitglieder, die Arbeitswilligen sind allerdings nicht in der Lage, einen Notfahrplan aufrechtzuerhalten.

Verdi hat für den heutigen Mittwoch und den morgigen Donnerstag die Evag-Beschäftigten zum Streik aufgerufen. Am Donnerstag sind dann zusätzlich die Beschäftigten der Kitas, der Entsorgungsbetriebe, der Jobcenter, der Stadtämter und der Stadtwerke und der öffentlichen Bäder aufgerufen, die Arbeit niederzulegen.

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