Evag kündigt Nachbesserungen im Fahrplan an

Essen. Die Evag hat nach massiver Kritik an ihren Fahrplanumstellungen Nachbesserungen angekündigt. So fährt seit Freitag die U17 wieder im Doppelpack, um das Fahrgastaufkommen besser zu bedienen. Am Morgen hatte ein Serverausfall den Nahverkehr komplett lahm gelegt.

Nach der massiven öffentlichen Kritik an einigen Fahrplan-Veränderungen zum 7. Januar lenkt die Essener Verkehrs AG (Evag) in bestimmten Punkten ein. Im Mittelpunkt der Kritik der Fahrgäste standen die U 17 und die U 11, häufige Verspätungen und nicht funktionierende Rolltreppen sowie die Rückfahrten beim Kulturhauptstadt-Auftakt. Die U 17, so eine Stimme, sei zu einem „Viehtransport“ geworden: „Warum sie nicht mehr pünktlich ist, ist doch völlig klar. Die Züge sind nur noch halb so lang, die Menschen müssen sich reinquetschen, es dauert ewig.“

Verkürzte U 17:

Den verkürzten Linienweg und das „Abspecken“ auf Kurzzüge hatte die Evag mit dem Fortzug des Berufskollegs aus Holsterhausen begründet. Dass es jetzt überfüllte Bahnen und vor allem am Gemarkenplatz große Probleme gibt, hat die Evag erkannt. Ihr stellvertretender Pressesprecher Olaf Frei: „Seit Freitag fährt die U 17 wieder durchgängig im Doppelpack.“ Studenten aus Holsterhausen kritisieren weiterhin, dass sie auf dem Weg zur Uni jetzt am Berliner Platz umsteigen müssen.

Messelinie U 11:

Sie hat einen zusätzlichen Doppelzug erhalten, ab Montag soll mit einem weiteren Doppelzug noch einmal nachgebessert werden. Frei: „Den setzen wir je nach Bedarf auf der U 11 oder U 18 ein.“ Zu Problemen sei es deshalb gekommen, weil an der Gelsenkirchener Haltestelle Fischerstraße die Signalanlage nicht funktioniert und die Fahrer das Signal von Hand stellen müssen.

Hauptbahnhof:

„Hier standen unseren Bahnen bisher einfach zu lange“, so Frei. Ab sofort sind die Fahrer angewiesen, alle Türen parallel zu öffnen und zu schließen. Dadurch sollen die Wartezeiten verkürzt werden. Allerdings: Spät kommende Fahrgäste haben nach der Zentralverriegelung keine Chance mehr, in die Bahnen zu gelangen.

Kulturhauptstadt-Auftakt:

„Bei der Rückfahrt gab es große Probleme“, räumt Frei ein. Die Evag habe sich aber nicht mit ihrem Wunsch durchsetzen können, die Gelsenkirchener Straße für den Individualverkehr zu sperren: „Unsere Bahn-Kapazitäten sind begrenzt. Damit können wir von der Haltestelle Zollverein stündlich nur 2000 Leute transportieren.“ Deshalb dränge die Evag auf einen reservierten Bus-Shuttle-Parkplatz am Ruhr-Museum. Auf jeden Fall wolle man Konsequenzen für künftige 2010-Veranstaltungen ziehen.

Defekte Rolltreppen:

„Das feuchte Salzwasser“, so Frei, „macht jeder Physik einen Strich durch die Rechnung.“

Haltestelle Rathaus Essen:

Die Evag bittet um Verständnis dafür, dass es gerade mit Blick auf die ehemalige Haltestelle Porscheplatz Umrüstungsprobleme gibt. Das betrifft Fahrplanaushänge ebenso wie Haltestellen-Ansagen in den Bahnen: „Wir brauchen dafür drei Wochen vor und drei nach der Fahrplan-Umstellung.“

Winterwetter:

„Das Winterwetter hat uns deutlich gestiegene Fahrgastzahlen beschert. Viele haben ihren Wagen stehengelassen. Dann kamen Messe und Kulturhauptstadt hinzu.“ Bissiger Kommentar eines Fahrgastes: „Richtig wäre es, sich für eine nicht erbrachte Dienstleistung zu entschuldigen. Evag 2010: Wir sind Verspätung.“

 
 

EURE FAVORITEN