Essens Stadtdirektor Hans-Jürgen Best plant dritte Amtszeit

Wolfgang Kintscher
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Der Sozialdemokrat kann auch mit Sympathien in der CDU rechnen, Wiederwahl darf aber erst der nächste Rat vornehmen.

Essen. Dass Pläne auch schief gehen können – wer sollte das besser wissen, als jemand, der sein Berufsleben der (Stadt-)Planung verschrieben hat? Vielleicht speist sich auch daraus die Zurückhaltung, mit der Hans-Jürgen Best in diesen Tagen bestätigt, dass er eine weitere, seine dritte Amtszeit als oberster Essener Planer anstrebt.

Sozialdemokrat Best, seit 2010 als Stadtdirektor auch Stellvertreter von Oberbürgermeister Reinhard Paß, darf sich bei der anstehenden Wiederwahl der Stimmen seiner eigenen Partei wohl sicher sein. Aber auch in der CDU hegt man große Sympathien für den 59-jährigen Borbecker, dem man eine sachliche und eben nicht parteipolitisch gefärbte Sicht der Dinge bescheinigt – wenngleich Best mit seinem „gelegentlich eher unorthodoxen Arbeitsstil“ unter Christdemokraten auch schon mal Murren auslöst. Aber damit haben vor allem die Planungspolitiker, die Bests Arbeit nahezu durch die Bank schätzen, zu leben gelernt.

Tagung am 9. April

Und dennoch ist die Wiederwahl eines politischen Beamten für acht Jahre immer auch ein Politikum. Im Falle Bests kommt dabei erschwerend hinzu, dass die Wahl in die Phase zwischen zwei Ratsperioden fällt. Das Stadtparlament in seiner bisherigen Zusammensetzung tagt turnusmäßig am 9. April zum letzten Mal, kann zu diesem Termin die dritte Amtszeit aber noch nicht durchwinken. Denn laut Gemeindeordnung darf der Rat über die Verlängerung eines Dezernentenjobs frühestens sechs Monate vor Freiwerden der Stelle entscheiden. Bests Amtszeit läuft Ende Oktober aus, der Rat dürfte mithin also erst Anfang Mai über eine Fortsetzung entscheiden.

Das passt nur in den Plan des alten Stadtrates, wenn es eine Sondersitzung Anfang Mai gibt – nicht gänzlich ausgeschlossen vor dem Hintergrund der aktuellen Asyldebatte. Doch dem Vernehmen nach hatten die Christdemokraten Bedenken, die Wahl eines Beigeordneten auf der Zielgeraden noch vor der Kommunalwahl durchzuboxen. Diese geht am 25. Mai über die Bühne.

Und beschert hernach womöglich Konstellationen, bei denen die Besetzung der Planungsdezernenten-Stelle zwar nicht korrigiert, das Votum aber als Verhandlungsmasse in „Koalitionsgespräche“ eingebracht wird. Und darum muss sich Best wohl noch gedulden. Der neue Rat konstituiert sich am 18. Juni.

Der Verwaltungsvorstand

Reinhard Paß (Geschäftsbereich des Oberbürgermeisters)
Hans-Jürgen Best (Stadtdirektor und Planen)
Lars Martin Klieve
(Finanzen, Stadtkämmerer)
Christian Kromberg
(Personal, Organisation, öffentliche Ordnung und Feuerwehr) Andreas Bomheuer (Kultur, Integration und Sport)
Peter Renzel
(Jugend, Bildung und Soziales)
Simone Raskob
(Umwelt und Bauen)
Die Geschäftsverteilung der Dezernenten bestimmt der Rat der Stadt