Essens Oberbürgermeister fordert schnellere Asylverfahren

Oberbürgermeister Thomas Kufen besucht das Flüchtlingsdorf an der Planckstraße.
Oberbürgermeister Thomas Kufen besucht das Flüchtlingsdorf an der Planckstraße.
Foto: Peter Prengel
  • Brandbrief an den Chef des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge
  • Bis zu einem Jahr vergehe ohne jegliche Perspektive für die Menschen
  • Von 4200 Menschen warten 2410 auf eine Anerkennung als Asylbewerber

Essen.. Aus Sorge um den sozialen Frieden in den Flüchtlingsunterkünften und den Stadtteilen fordert Oberbürgermeister Thomas Kufen schnellere Asylverfahren. In einem Brandbrief an den Chef des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF), Frank-J. Weise, erklärt der OB: „Es ist nicht hinnehmbar, dass die Menschen über viele Monate nur damit beschäftigt sind, auf den Beginn ihres Asylverfahrens zu warten.“

Das führe zu Unzufriedenheit und „immer lauter werdenden Protesten“ der Bewohner in den Unterkünften, aber auch zu Demonstrationen und der Androhung von Hungerstreiks. Bis zu einem Jahr vergehe ohne jegliche Perspektive für die Menschen, so Kufen.

2410 Flüchtlinge ohne Perspektive

Zunehmend ungeduldiger warten sie auf den Beginn ihres Asylverfahrens, „welches durch Ihre Behörde durchgeführt und verantwortet wird“, heißt es an die Adresse Weises: „Ich ersuche Sie deshalb dringend, dafür Sorge zu tragen, dass auch Ihre Behörde alles unternimmt, dass alle Flüchtlinge in den Essener Einrichtungen sofort registriert, die Asylverfahrensakten angelegt und die Entscheidungen über den Asylantrag gefällt werden“, lautet der Appell des Oberbürgermeisters.

Wie berichtet, warten von den 4200 Menschen in den städtischen Einrichtungen aktuell 2410 auf eine Anerkennung als Asylbewerber. Nachdem das BAMF der Stadt vier Mitarbeiter ab Oktober versprochen hatte, die täglich bis zu 80 Asylanträge bearbeiten sollten, kamen mit einem Monat Verspätung nur zwei Kräfte, die sporadisch im Einsatz seien und nur ein Dutzend Fälle am Tag bearbeiten, so Kufen: Ein zügiger Beginn der Verfahren sei das Mindeste, was Flüchtlinge erwarten.

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