Essen

Essens OB Paß will nur maximal drei Streitgespräche

Frank Stenglein
Im Autoscooter duellfreudiger als auf der politischen Bühne: Reinhard Paß (re.) will nach jetzigem Stand maximal drei Streitgespräche mit Herausforderer Thomas Kufen (li.) führen, darunter eines, das für jedermann offen ist. Wie das Scooter-Rennen jüngst bei der Sommerfest-Eröffnung ausging, wissen wir leider nicht...
Im Autoscooter duellfreudiger als auf der politischen Bühne: Reinhard Paß (re.) will nach jetzigem Stand maximal drei Streitgespräche mit Herausforderer Thomas Kufen (li.) führen, darunter eines, das für jedermann offen ist. Wie das Scooter-Rennen jüngst bei der Sommerfest-Eröffnung ausging, wissen wir leider nicht...
Herausforderer Thomas Kufen würde gerne öfter die Klingen kreuzen, doch Paß ist zurückhaltend - wie viele Amtsinhaber.

Essen. Bis zu zwölf Bewerber wird es für die Oberbürgermeisterwahl am 13. September geben, aber aller Wahrscheinlichkeit nach werden es wohl zwei unter sich ausmachen: Amtsinhaber Reinhard Paß (SPD) und der Landtagsabgeordnete und Vorsitzende der CDU-Ratsfraktion, Thomas Kufen. Unter diesen Umständen kann es spannend sein, gerade diese beiden im Duell um die besseren Argumente zu erleben. Gelegenheiten dazu gibt es nach jetzigem Stand allerdings nicht viele, um genau zu sein: zwei, maximal drei.

Am 19. August kreuzen der OB und sein Herausforderer beim Stadtverband des Bundes der deutschen katholischen Jugend (BDKJ) die Klingen. Und am 2. September kommen Paß und Kufen im Rahmen der Reihe „Essen kontrovers“ in der Volkshochschule zusammen. Nur letzterer Termin ist offen für jedermann.

Je öfter man sich mit dem Konkurrenten zeigt, desto besser für diesen

Warum nur so wenige Streitgespräche? Thomas Kufen würde - wie jeder Herausforderer - gerne öfter mit dem OB in den Clinch gehen. Doch Reinhard Paß hält es wie sehr viele Politiker, die ihr Amt verteidigen wollen: Je öfter man sich mit einem Konkurrenten zeigt, desto mehr Bedeutung verleihe man ihm, desto größer auch dessen Chance, sich bekannt zu machen. Wolfgang Reiniger von der CDU habe es 2004 bei seiner Wiederwahl - als der Herausforderer übrigens Paß hieß - auch nicht anders praktiziert.

Das Duell bei „Essen kontrovers“ hat auch Reiniger damals aber zugestanden, und so hält es Paß nun auch. Moderieren werden das Streitgespräch die Essener Journalisten Thomas Becker und Ulrich Führmann, der Eintritt im großen Saal der VHS am Burgplatz ist frei, die Bürger können den Kandidaten mit eigenen Fragen auf den Zahn fühlen. Beginn ist um 19 Uhr.

BDKJ-Veranstaltung hat eher halböffentlichen Charakter

Einen eher halböffentlichen Charakter hat hingegen das ebenfalls traditionsreiche Aufeinandertreffen beim BDKJ, das am 19. August um 19 Uhr im Gemeindesaal, An St. Ignatius 8, über die Bühne geht. Um Anmeldung wird gebeten unter info@bdkj-essen.de, und in erster Linie sollen sich wohl BDKJ-Mitglieder angesprochen fühlen. Aber fragen kostet ja nichts. Vermutlich wird es noch ein weiteres Streitgespräch beim DGB geben, endgültig bestätigt war dies bis gestern allerdings noch nicht.

Dass der BDKJ ausdrücklich nur die beiden Favoriten eingeladen hat, ist bei den Grünen nicht gut angekommen. Die drittstärkste politische Partei in Essen hat die Sozialwissenschaftlerin Gönül Eglence ins OB-Rennen geschickt und rechnet sich - jedenfalls in parteioffiziellen Mitteilungen - durchaus Chancen aus. „Ich halte es schon für einseitige Parteinahme, hier nur Paß/Kufen zur Debatte zu stellen“, ließ Ratsherr Walter Wandtke im sozialen Netzwerk Facebook wissen, wo der BDKJ für seine Veranstaltung wirbt.

BDKJ weist Kritik der Grünen zurück

Es werde suggeriert, dass nur die Kandidaten von SPD und CDU „und also auch nur das Programm der rot-schwarzen großen Koalition für die OB-Wahl Gewicht hätten“, schreibt Wandtke. Spätestens bei einer möglichen Stichwahl könne es zumindest auf eine Wahlempfehlung der Grünen aber sehr wohl ankommen.

Der BDKJ sieht es in seiner Antwort auf Wandtke so: „Anders als bei einer Kommunalwahl konkurrieren bei einer Oberbürgermeisterwahl nicht in erster Linie Parteien, sondern Personen miteinander.“ Man wolle im übrigen „keine wahltaktischen Spielchen“ wie etwa „Wer unterstützt wen im Falle einer Stichwahl“ diskutieren. Vielmehr solle es konkret um Vorstellungen und Ideen der beiden Kandidaten für Essens Zukunft gehen.

Die Essener OB-Kandidaten bei Abgeordnetenwatch: