Essen

Essens Messe-Chef Galinnis sorgt für Irritationen

Zur Enthüllung des Glasbildes „Energie“ kam der Künstler Jörg Immendorff mit seiner Frau Oda Jaune in der neue Galeria in der Messe Essen.
Zur Enthüllung des Glasbildes „Energie“ kam der Künstler Jörg Immendorff mit seiner Frau Oda Jaune in der neue Galeria in der Messe Essen.
Foto: uvb / NRZ
Der Geschäftsführer der Messe Essen, Egon Galinnis, hat mit einer Ankündigung für Irritationen gesorgt. Am Dienstag erklärte er, die Galeria mit dem Glasbild des Künstlers Jörg Immendorff werde möglicherweise doch nicht abgerissen. Am Mittwoch will er es nicht so gemeint haben, zumindest nicht ganz so.

Essen. Für Irritationen hat die Ankündigung von Messe-Chef Egon Galinnis gesorgt, die „Galeria“ mit dem Fenster des verstorbenen Künstlers Jörg Immendorff möglicherweise doch zu erhalten. Bisher hieß es, die Passage zwischen den Messehallen werde im Zuge des Messe-Umbaus abgerissen.

„Offenbar zeigt unser Bürgerbegehren Wirkung, wenn die Messe-Leitung überlegt, wie sie Umbaukosten reduzieren kann“, sagt der grüne Ratsherr Rolf Fliß. Die Grünen haben das Messe-Bürgerbegehren mitinitiiert, weil sie fürchten, dass die eingeplanten 123 Millionen Euro für den Umbau nicht ausreichen.

Fliß, der im Aufsichtsrat der Messe sitzt, zeigte sich aber erstaunt, weil in den Messe-Gremien noch gar nicht von einer Rettung der Galeria die Rede gewesen sei: „Dennoch ist es eine gute Nachricht, wenn ein Bau, der erst vor gut zehn Jahren mit viel Getöse eingeweiht wurde, erhalten bleibt und so Kosten gesenkt werden.“

Auch der Fraktionschef der Linken im Rat, Hans Peter Leymann-Kurtz mutmaßt, „dass dies der erste Beleg sein könnte, dass der Kostenrahmen anders nicht zu halten ist“. Er wundere sich nur über den plötzlichen Kurswechsel, schließlich sei der vorgestellte Entwurf „architektonisch überzeugend und der Abriss der Galeria logisch“. Die Linke unterstütze das Bürgerbegehren ja auch nicht wegen baulicher Bedenken, „sondern weil ein vernünftiger Businessplan für die Messe fehlt“. Es gebe bislang kein Konzept für eine wirtschaftlich tragfähige Neuausrichtung der Messe. Der jetzige Sinneswandel in Sachen Galeria setze das bisherige „Gefummel“ fort und verstärke den Eindruck, „dass die Verantwortlichen mit der Riesen-Investition nicht umgehen können“.

Galinnis aber relativierte seine Aussage von Dienstag schon am Mittwoch wieder: Die Architekten sollten ja lediglich prüfen, „wann die Galeria abgerissen werden soll“. Auf Nachfrage sagte er dann jedoch, die Antwort könne auch „nie“ sein. „Wir sind in der Vorplanung, da können wir alles umplanen; das kostet nicht mehr.“ Im Gegenteil, bei einem möglichen Erhalt der Galeria gehe es um Optimierung. Einig sind Leymann-Kurtz und er nur beim Immendorff-Werk: Der Linke nennt es „albernes Tiffany-Bild“, der Messechef behauptet gar: „Das Fenster wollte eh nie einer haben.“

 
 

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