Essens elektrischer Postbote

Zwei Akkus hat Postbote Thomas Brüggen an Bord seines neuen E-Dreirads, um seinenbis zu 20 Kilometer weiten Dienstweg zu beackern.
Zwei Akkus hat Postbote Thomas Brüggen an Bord seines neuen E-Dreirads, um seinenbis zu 20 Kilometer weiten Dienstweg zu beackern.
Foto: WAZ Fotopool
Postbote Thomas Brüggen ist einer von 14 Zustellern in Essen, die nun mit einem elektrischen Trike ihren Bezirk beackern. Damit ist er einer der Vorreiter im Ruhrgebiet.

Essen.. Wenn sich Thomas Brüggen jeden Morgen bei Schichtantritt auf seinen Drahtesel schwingt und sich auf die bis zu 20 Kilometer lange Strecke durch Stoppenberg macht, dann hat er sage und schreibe insgesamt knapp 240 Kilogramm zu bewegen. Gut, dass er nun auf die Kraft des Stroms zurückgreifen kann: Denn Thomas Brüggen ist einer der ersten dreirädrigen „elektrischen Postboten“ im Ruhrgebiet.

„Am Anfang haben die Leute schon ein wenig geguckt, was das denn für ein Gefährt ist. Mittlerweile haben sie sich in meinem Bezirk aber daran gewöhnt“, berichtet Brüggen und muss ein wenig schmunzeln. Ende des vergangenen Jahres hat er sein altes „Dienstfahrzeug“, ein E-Bike oder besser gesagt ein Pedelec, gegen das gelb leuchtende Dreirad eingetauscht. 14 Stück bekam die Deutsche Post in Essen zugeteilt. „Damit war man im Ruhrgebiet Vorreiter, Essen hat für uns einen besonderen Stellenwert“, unterstreicht Dieter Pietruck, Sprecher der Post in NRW auch den Umstand, dass hier eines der größten Postverteilungszentren in ganz Deutschland steht.

Für Thomas Brüggen ist das neue Gefährt, das mit zwei Akkus ausgerüstet ist und eine Reichweite von 30 Kilometern besitzen soll, „eine feine Sache“. „Ein paar technische Dinge, etwa Gangschaltung, sind noch nicht ganz optimal. Aber es ist schon eine Erleichterung“, lobt er sein neues Dienstgerät mit elektronischer Anfahrhilfe.

„Briefe werden dadurch nicht teurer“

Laut Pietruck ist auch genau dies der Grund für die Anschaffung der E-Trikes, die in Zukunft zunehmend durch die Straßen flitzen sollen. „Postboten sind bei Wind und Wetter unterwegs, haben teilweise erhebliche Lasten dabei: Das ist der härteste Job in unserem Konzern“, so der Pressesprecher. Außerdem könne man die Arbeit der Kollegen durch die größere Ladung flexibler gestalten, die Postboten müssen nicht mehr so häufig die Zwischenlager in den grauen Metallkästen am Straßenrand anfahren. Im Schnitt liefert ein Essener Postbote 1100 Briefe am Tag aus.

Doch – und das darf dem Konzern wohl unterstellt werden – aus reiner Menschenfreundlichkeit investiert man sicher nicht in tausende E-Trikes in Deutschland. 60 Prozent mehr Nutzlast im Vergleich zum Zweirad, eine höhere Flexibilität bei der Gestaltung der Routen: Da schwant dem unvoreingenommenen Zuhörer doch einiges. „Noch hat niemand meinen Bezirk vergrößert“, versichert Brüggen. Jedoch organisiert sein Arbeitgeber Größe und Verteilung der Einsatzgebiete jährlich neu, und erst dann wird auch er schlauer sein. Eins sei klar, versichert Pietruck: „Die Briefe werden dadurch nicht teurer.“

 
 

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