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Essener Tafel: Warum Oberbürgermeister Kufen den Aufnahme-Stopp für Ausländer verteidigt

Versteht die umstrittene Entscheidung der Essener Tafel: Oberbürgermeister Thomas Kufen.
Versteht die umstrittene Entscheidung der Essener Tafel: Oberbürgermeister Thomas Kufen.
Foto: Thomas Gödde / FUNKE Foto Services

Essen. Eine Entscheidung der Essener Tafel sorgte unter der Woche bundesweit für Aufsehen. Der Vorsitzende der Tafel, Jörg Sartor, verkündete, dass man vorerst nur noch Deutsche als Neukunden aufnehmen werde.

„Seit 2015 ist der Ausländeranteil von 29 auf 75 Prozent gestiegen. Wir haben das Gefühl, dass ein Verdrängungsprozess stattgefunden hat“, so Sartor im Gespräch mit DER WESTEN.

Essener Tafel: Oberbürgermeister Kufen zeigt Verständnis

Essens Oberbürgermeister Thomas Kufen (CDU) zeigt im Interview mit der WAZ nun Verständnis für die Entscheidung: „Ich finde die Entscheidung des Vorstands einer Begrenzung nachvollziehbar und respektiere sie.“

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„Ohne diese Entscheidung wäre wohl zukünftig eine sozial ausgewogene und gerechte Verteilung von Lebensmitteln nicht möglich.“ Er sehe nicht, warum Sartors Entscheidung unmenschlich sein solle: „Wer die Arbeit der Essener Tafel kennt, weiß, dass das nicht stimmen kann.“

„Es wurde gedrängelt und geschubst“

Gerade ältere Frauen würden sich nicht mehr zur Tafel trauen, alleinerziehende Mütter würden immer seltener vor Ort gesehen, hatte Sartor seine Entscheidung erklärt.

„Es wurde gedrängelt und geschubst. Gerade die Frauen haben Angst, da gerade junge Männer sich ihnen gegenüber sehr respektlos verhalten haben.“

Andere Tafeln im Revier kritisieren Entscheidung

Andere Tafeln im Ruhrgebiet kritisierten die Essener Entscheidung. „Die Lage ist schwierig. Trotzdem ist es ein fatales Signal und ich halte es nicht für die richtige Lösung. Wer sich an uns wendet, dem versuchen wir auch zu helfen“, sagte etwa Günter Spikofski, Geschäftsführer der Duisburger Tafel. (fel)

Das komplette Interview mit Essens Oberbürgermeister Thomas Kufen kannst du bei der WAZ lesen.

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