Essen

Essener Tafel: Vorsitzender Jörg Sartor denkt nach Vandalen-Attacke über Rückritt nach

Die Fahrzeuge und Türen der Essener Tafel wurden in der Nacht auf Sonntag beschmiert.
Die Fahrzeuge und Türen der Essener Tafel wurden in der Nacht auf Sonntag beschmiert.
Foto: Justin Brosch/Stefan Arend / Funke Foto Services

Essen. Der Vorsitzende der Essener Tafel, Jörg Sartor, denkt über Rücktritt nach. Das sagte er im Gespräch mit „Bild“: „Es hat mir hier immer Spaß gemacht. Aber ich habe keinen Bock mehr, man verliert einfach die Lust! Ich bin kurz davor, hinzuschmeißen.“

Die Tafel machte zuletzt bundesweit Schlagzeilen. Sie hatte beschlossen, vorerst keine Ausländer mehr als Neukunden aufzunehmen. Zuletzt seien 75 Prozent der Kunden Flüchtlinge und Zuwanderer gewesen. Man wolle, dass die deutsche Oma auch weiterhin zur Tafel komme, so Sartor.

Essens Oberbürgermeister stellt sich hinter die Tafel

Neben viel Kritik gab es auch Lob für die umstrittene Entscheidung. „Ich finde die Entscheidung des Vorstands einer Begrenzung nachvollziehbar und respektiere sie“, sagte Essens Oberbürgermeister Thomas Kufen (CDU).

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„Ohne diese Entscheidung wäre wohl zukünftig eine sozial ausgewogene und gerechte Verteilung von Lebensmitteln nicht möglich.“ Er sehe nicht, warum Sartors Entscheidung unmenschlich sein solle: „Wer die Arbeit der Essener Tafel kennt, weiß, dass das nicht stimmen kann.“

Chaoten besprühen Fahrzeuge der Essener Tafel

Diese Meinung teilten offenbar nicht alle Essener. In der Nacht auf Sonntag beschädigten Chaoten die Türen der Tafel sowie zahlreiche Fahrzeuge. Sie sprühten Sprüche wie „Nazis“ oder „Fuck Nazis“.

Im Gespräch mit DER WESTEN gab sich Sartor zunächst standhaft: „Wir werden das nicht wegmachen. Soll doch jeder sehen, was es für Idioten auf der Welt gibt.“

Sartor will sich nicht instrumentalisieren lassen

Gegenüber „Bild“ sagte Sartor am Sonntag: „Wenn mich die Leute doof finden, ist das so. Aber es ist eine Schweinerei, unsere Freiwilligen zu diffamieren!“

Er stellt allerdings auch klar, dass er sich nicht politisch instrumentalisieren lassen will: „Ich lasse mich vor keinen Karren spannen, weder von linken Politikern, noch von rechten.“ (fel)

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