Essen

Essener Tafel: Migranten-Partei AD-Demokraten schockiert von Reaktionen auf Strafanzeige gegen Tafel

Demonstration gegen Rassismus bei Essener Tafel

Vor der Essener Tafel wurde am 3. März gegen Rassismus demonstriert. NRW-Integrationsminister Joachim Stamp hat sich die Essensausgabe angeschaut.

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Essen. Die Allianz Deutscher Demokraten (AD-Demokraten) zeigt sich schockiert von den Reaktionen auf die Strafanzeige gegen die Essener Tafel. Die Partei wurde deshalb, auch auf der eigenen Facebook-Seite, übel beschimpft.

„Wie unverschämt ist es, kollektiv Menschen das Recht auf rechtliche Schritte abzusprechen“, sagt Bundesgeneralsekretär Halil Ertem in einem Post auf Facebook.

Die AD-Demokraten hatten am Freitag mitgeteilt, dass sie Strafanzeige gegen die Essener Tafel stellt. Grund war die Entscheidung der Tafel, vorerst keine ausländischen Neukunden aufzunehmen. Die Strafanzeige wird damit begründet, dass die Tafel durch den gezielten Ausschluss von Ausländern nicht mehr der Allgemeinheit diene.

Essener Tafel: ADD nach Ankündigung von Anzeige übel beschimpft

In einem Post stellten die AD-Demokraten auch klar: „Die Essener Tafel e.V. ist von den Finanzströmen her kein privates, sondern ein städtisches Unternehmen. Ohne Gelder von der Sparkasse, dem Allbau und den Essener Entsorgungsbetrieben könnte der Verein schliessen.“

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Besonders schockiert zeigte er sich von der hasserfüllten Reaktion zahlreicher Bürger: „Wie unverschämt ist es, kollektiv Menschen das Recht auf rechtliche Schritte abzusprechen! Ob eine Strafanzeige zurecht oder nicht erstattet wurde, entscheidet nicht die Politik, nicht die Medien, nicht der Bürger sondern die Justiz“, schreibt Bundesgeneralsekretär Ertem.

ADD zeigte nicht die Tafel selbst an

Er stellt auch klar, dass es den AD-Demokraten nicht darum geht, die Helfer der Tafel zu diskreditieren: „Unsere Kollegen Essen haben nicht die Tafel Deutschland, nicht die ehrenamtlichen Helfer der Essener Tafel sondern den Vorsitzenden der Essener Tafel e.V Jörg Sator angezeigt, damit diese Selektion ein Ende nimmt!“

Die Hass-Mails der Gegner werde man nicht veröffentlichen, aber rechtliche Schritte einleiten, so Ertem.

ADD machte Wahlwerbung mit dem Gesicht des türkischen Präsidenten

In ihrer Stellungnahme vom Freitag kritisierten die AD-Demokraten mehrere Äußerungen von Jörg Sartor, dem Vorsitzenden der Essener Tafel. Er habe gezielt Araber diffamiert, so der Vorwurf. „Wer eine rassistische Entscheidung fällt, muss sich auch gefallen lassen, anschließend ein Rassist genannt zu werden“, wird Mehmet Tunas, Essener Vorsitzender der AD-Demokraten, zitiert.

Der Essener Kreisverband der Allianz Deutscher Demokraten hat sich erst am 4. Februar gegründet. Im Bundestagswahlkampf hatte die Partei für Irritationen gesorgt. Damals klebten die AD-Demokraten Wahlplakate mit dem Konterfei des türkischen Präsidenten Erdogan. „Freunde der Türkei, gebt ihnen eure Stimme, lasst uns sie groß machen“, stand dort geschrieben.

 
 

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