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Essener Tafel: Aufnahme-Stopp für Ausländer bleibt in Kraft

Die Essener Tafel hält an ihrem umstrittenen Aufnahme-Stopp fest.
Die Essener Tafel hält an ihrem umstrittenen Aufnahme-Stopp fest.
Foto: dpa/Archivbild

Essen. Die Essener Tafel steht zu ihrer Entscheidung, vorerst keine Ausländer mehr als Neukunden aufzunehmen. Trotz heftiger bundesweiter Kritik hält sie an ihrem Aufnahmestopp für Ausländer fest.

Es werde innerhalb der nächsten zwei Wochen ein Runder Tisch gegründet, um über die künftige Lebensmittel-Verteilung nachzudenken, erklärte der Vorstand des Vereins am Dienstag nach einer außerordentlichen Sitzung.

Aufnahme-Stopp für Ausländer gilt seit Januar

Es bestehe dabei aber weiter Einigkeit, dass Alleinerziehende, Senioren und Familien mit minderjährigen Kindern im Mittelpunkt stehen sollten, hieß es.

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Die Essener Tafel hatte seit dem 10. Januar neue Berechtigungen zum Empfang von Lebensmitteln vorübergehend nur noch für Bürger mit deutschem Ausweis ausgestellt. Diese Entscheidung sorgte bundesweit für Schlagzeilen. Neben viel Kritik gab es auch Verständnis für die Entscheidung der Essener Tafel.

Entscheidung der Essener Tafel sorgte für Schlagzeilen

So sah Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht das Problem vielmehr darin, dass „im heutigen Deutschland derart viele Menschen auf die Hilfe von Tafeln angewiesen sind.“

„Es kann nicht sein, dass die Ärmsten jetzt auch noch die Hauptlasten der Zuwanderung tragen sollen“, meint Wagenknecht. Und weiter: „Nicht die Essener Tafel, sondern diese fahrlässige und unverantwortliche Politik vergiftet das politische Klima.“

Unterstützung von Essens Oberbürgermeister

Auch CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt verteidigte die Tafel. Jörg Sartor,Leiter der Essener Tafel, vertrete eine Position, „die mir nachvollziehbar ist“, sagte Dobrindt am Dienstag in Berlin.

Er habe mit Sartor telefoniert und sich über die Lage informiert. „Die ganze Diskussion zeigt, dass die Integrationsfähigkeit schlicht eine Grenze hat.“ Auch Essens Oberbürgermeister Thomas Kufen zeigte Verständnis.

Autos und Türen der Tafel von Unbekannten beschmiert

Kritik gab es von Bundeskanzlerin Angela Merkel. „Da sollte man nicht solche Kategorisierungen vornehmen. Das ist nicht gut“, sagte Merkel am Montag in einem RTL-Interview. Aber die Entscheidung der Ehrenamtlichen in Essen zeige auch „den Druck, den es gibt“, und wie viele Bedürftige auf Lebensmittelspenden angewiesen sind.

Die Lage hatte sich zugespitzt, nachdem Unbekannte in der Nacht von Samstag auf Sonntag die Autos und Türen der Tafel beschmierten. Jörg Sartor, Vorsitzender der Essener Tafel, gab sich nach den Schmierereien gegenüber DER WESTEN kämpferisch: „Wir werden das nicht wegmachen. Soll doch jeder sehen, was es für Idioten auf der Welt gibt.“

Begründet wird der Aufnahme-Stopp mit einem angeblich zu hohen Anteil an Ausländern, weshalb sich etwa viele ältere Menschen und Alleinerziehende nicht mehr wohlfühlten und das Hilfsangebot nicht mehr wahrnähmen. (dpa/fel)

 
 

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