Essener Tätowierer kämpft auf Sixx um die Tattoo-Krone

Markus Grenz
Der Tätowierer Alexander Kroll und Joana Vardetzki wollen es wissen und treten diese Woche in einer Fernsehshow beim Sender Sixx gegen harte Konkurrenz an.
Der Tätowierer Alexander Kroll und Joana Vardetzki wollen es wissen und treten diese Woche in einer Fernsehshow beim Sender Sixx gegen harte Konkurrenz an.
Foto: FUNKE Foto Services
  • Der Tätowierer Alexander Kroll tritt am Mittwoch in der Fernseh-Show „Pain & Fame“ auf
  • Dort will er sich mit den Besten seiner Zunft messen
  • Denn er will nichts weniger als Deutschlands bester Tattoo-Künstler werden

Essen. Mit 15 Jahren wusste Alexander Kroll, dass er nichts anderes im Leben machen will, als zu tätowieren. Nun, 15 Jahre später, gehört er mit Partnerin Joana Vardetzki zu den Stars der Szene, tritt ab Mittwoch, 5. Oktober, 20.15 Uhr, in der Show „Pain & Fame“ des Fernsehsenders Sixx an und will Deutschlands gekrönter Tattoo-Künstler werden. Ganz „nebenbei“ arbeitet er derzeit an der Eröffnung seines neuen Studios „Forever Dark Tattoo Art“ in Kupferdreh.

Alexander und Joana sind erfolgreiches Gespann

„Sieht die Angeberwand gut aus? Ich glaub ich hab’ gar keine Rahmen mehr“, ruft der Mann im schwarzen T-Shirt ins noch unfertige Ladenlokal, während er die „Angeberwand“ eingehend begutachtet, an der Urkunde neben Urkunde hängt und sich im Regal daneben eine skurrile Sieges-Trophäe an die nächste reiht.

Auf einer Anrichte grinst Totenschädel „Travis“ die Besucher an und der Mann, der da so geschäftig ist, ist an Armen, Händen, Hals und im Gesicht fast vollständig tätowiert. Nein, auch auf den zweiten Blick wird dies sicher keine ganz normale Neu-Eröffnung an der Kupferdreher Straße.

„Es gibt immer viele Meinungen, positive, negative oder auch neutrale – mir ist das egal, ich weiß was ich kann und stehe zu 100 Prozent dahinter“, stellt Alexander Kroll fest, nachdem Devotionalien-Regal und Wandschmuck geordnet sind. Klar, Getuschel und scheele Blicke mag er auch nicht besonders, aber wer mag das schon?

Volle Auftragsbücher und qualmende Köpfe

Zwischenzeitlich hat sich Joana hinzugesellt, das zweite Kunstwerk des Hauses, Freundin, Muse und „lebende Leinwand“, wie sie sich durchaus selbstironisch nennt. Jeder für sich und auch gemeinsam haben sie in den vergangenen Jahren ziemlich die Szene gerockt und als deren Stars vor zahlreichen Fernsehkameras gestanden.

Alex hat viele Preise geholt, Joana tätowiert ebenfalls und wurde gerne als Model für Tattoo-Magazine gebucht. „Damit ist aber erstmal Schluss, jetzt ziehen wir hier unsere eigene Sache auf“, unterstreicht die Gelsenkirchenerin, für die Alexander sein Studio im niedersächsischen Goslar – Wartezeit für einen Termin rund eineinhalb Jahre – aufgegeben hat. Seit zwei Jahren sind die beiden ein Paar, leben derzeit an der Essen-Gelsenkirchener-Stadtgrenze.

Das Tätowieren ist für Alexander eine Leidenschaft

Ein Leben auf der Überholspur seien die vergangenen Jahre gewesen, allein 2015 waren sie bei mehr als 20 Szene-Treffs, dazu noch volle Auftragsbücher und kreatives Köpfe-Qualmen bis in die Nacht. Geschenkt bekommt man auch in dieser Branche nichts. Alexander sticht nicht „von der Stange“, arbeitet mit eigenen Entwürfen und hat den Anspruch, nur Unikate zu tätowieren – was eine Menge Arbeit macht. Ein harter Job also? Da schüttelt er den Kopf: „Ich kann als Künstler etwas schaffen, das die Leute bis in den Tod begleitet und habe ständig neue Ideen im Kopf. Das ist kein Job für mich, sondern das, was ich immer wollte.“

Joana, auch an ihrem Körper werden die freien Stellen immer knapper, nickt. Sie hat sich bereits mit 13 für Tattoos begeistert. Für sie sind es mehr als nur schwarz-graue oder bunte Bilder auf der Haut. „Es ist Lebenseinstellung, Live-Style, Sucht, Liebe, einfach alles“, sprudelt es aus Alexander Kroll heraus.

Bei "Pain & Fame" treten sie als Künstler und Leinwand an

Klar, dass die beiden nun auch gemeinsam bei „Pain & Fame“ antreten. Vor den internationalen Tattoo-Stars Randy Engelhardt und Mario Barth sowie Sophia Thomalla kämpfen acht Tattoo-Künstler um die Krone. Nur fünf Stunden Zeit hat Alexander pro Wettkampf, um eine spontan gestellte Aufgabe an seiner „lebenden Leinwand“ Joana auszugestalten. Alexander Kroll: „Es ist eine Ehre für mich, dabei zu sein. Aber auch wenn ich gewinne: Als Deutschlands besten Tätowierer sehe ich mich nicht – den kann man nicht krönen, dafür gibt es eine Menge zu guter Leute.“