Essener streitet mit dem SSC Neapel wegen Tarnfarben-Trikot

Thorsten Schabelon
Das sogenannte "Kriegstrikot" des SSC Neapel. Der Klub aus der ersten italienischen Liga hat für die neue Saison ein Trikot in Tarnfarben-Optik vorgestellt. Tilmann Meuser kennt das Trikot: Er hat ein vergleichbares Modell mit seiner Essener Modemarke „Global Striker“ entwickelt.
Das sogenannte "Kriegstrikot" des SSC Neapel. Der Klub aus der ersten italienischen Liga hat für die neue Saison ein Trikot in Tarnfarben-Optik vorgestellt. Tilmann Meuser kennt das Trikot: Er hat ein vergleichbares Modell mit seiner Essener Modemarke „Global Striker“ entwickelt.
Der Essener Unternehmensberater Tilmann Meuser hat ein Fußball-Trikot mit Tarnfarben entwickelt. Mit einem ähnlichen Leibchen läuft in dieser Saison der Ex-Klub von Diego Maradona auf, der SSC Neapel. Jetzt gibt es deshalb Streit.

Essen. Man hört Galgenhumor in der Stimme von Tilmann Meuser. „Nein“, antwortet er auf Nachfrage, „mit der Camorra hat es zum Glück noch keinen Kontakt gegeben. So weit ist es noch nicht gekommen.“ Und er lächelt gequält. Der Essener ist in eine seltsame Sache reingerutscht, die nach einem Gangsterfilm mit viel Leidenschaft klingt. Denn Fußball und Italien spielen ganz wichtige Rollen.

Tilmann Meuser ist Unternehmensberater, ausgewiesener Fußballfan, RWE-Mitglied. Er hat die schönsten Stadien der Welt gesehen, darunter das „Stadio San Paolo“ in Neapel. Das wird ob seiner wilden Stimmung auch „Hölle des Südens“ genannt, die Fans sind bis heute so feurig und wild, wie es der benachbarte Vulkan Vesuv einmal war.

Beim in der armen Region Kampanien vergötterten SSC Neapel sah Tilmann Meuser den legendären Diego Maradona spielen. „Seitdem bewundere ich die leidenschaftlichen Napoli-Anhänger und ihren Klub, ich bin ein Fan des SSC Neapel“, gesteht er.

Ein Trikot in Tarnfarben-Optik

Nun droht ihm ausgerechnet mit dem SSC Neapel ein Rechtsstreit. Der Klub aus der ersten italienischen Liga hat für die neue Saison ein Trikot in Tarnfarben-Optik vorgestellt. Tilmann Meuser kennt das Trikot. Denn er hat ein vergleichbares Modell mit seiner Essener Modemarke „Global Striker“ entwickelt.

Meuser wollte das Trikot mit einem Unternehmen aus Neapel produzieren, war deshalb Anfang des Jahres zu Gesprächen in der Stadt am Vesuv. Zu einer Zusammenarbeit kam es nicht. Die Italiener wollten das Hemd in China fertigen lassen, Meuser sah aber Qualitätsansprüche nicht gewährleistet.

Kurioserweise lässt die Firma „Macron“, Ausrüster des SSC Neapel, in derselben chinesischen Firma nähen, wie das Unternehmen, mit dem Tilmann Meuser die Zusammenarbeit angestrebt hatte.

Was den Essener zudem noch besonders ärgert, ist die Art und Weise, wie Neapels selbstherrlicher Präsident Aurelio De Laurentiis das Trikot den Fans vorstellte: „Das wird unser Kriegstrikot“, posaunte der Klub-Boss bei der Präsentation des Militär-Designs. Meuser hat die Tarnfarben aus ganz anderen Beweggründen gewählt: „Sie stehen für Natur, Umwelt, für soziales Engagement.“ Deshalb hat er auch farbige Variationen produzieren lassen, die Frauenfußball-Bundesligist SGS Essen schon in einem Testspiel getragen hat.

Meuser („Die Aussagen von De Laurentiis sind pubertär“) hat den SSC Neapel kontaktiert und dem Klub-Präsidenten einen Brief geschrieben. Ein Antwort gibt es bislang noch nicht. Nur üble Beschimpfungen von Fans des Klubs. Die gehören zwar nicht der Camorra an, haben aber auch einen unangenehmen Ruf.