Essener Senioren trainierten mit E-Bikes

Sascha Bolder
Auf dem Verkehrsübungsplatz in Essen-Frillendorf veranstaltet die Polizei, Die Verkehrswacht und RWE ein Schuppertraining für E-Bikes.
Auf dem Verkehrsübungsplatz in Essen-Frillendorf veranstaltet die Polizei, Die Verkehrswacht und RWE ein Schuppertraining für E-Bikes.
Foto: WAZ FotoPool
Elektro-Fahrräder werden immer beliebter, ihre Handhabung ist aber durchaus unfallträchtig, wenn man nur normale Fahrräder gewohnt ist. Verkehrswacht, Polizei und RWE boten auf dem Verkehrsübungsplatz in Frillendorf ein Schnuppertraining an. Dabei ging es noch um mehr als nur das richtige Radfahren.

Essen. Jedes Jahr gibt es in Deutschland etwa 80.000 Fahrradunfälle. Rund 400 davon enden tödlich. Überdurchschnittlich oft sind es Senioren, die mit dem Fahrrad verunglücken. Gerade in dieser Bevölkerungsgruppe sind Elektrofahrräder, so genannte E-Bikes oder Pedelecs, besonders beliebt. Unterstützt von einem Hilfsmotor erreicht man mit solchen Fahrrädern mühelos Geschwindigkeiten von 25 Stundenkilometern. Kurven fahren oder einem Hindernis ausweichen wird bei diesen Geschwindigkeiten schnell zum Problem. Um Senioren auf die Gefahren hinzuweisen und sie mit dem Umgang mit Elektrorädern vertraut zu machen, haben Verkehrswacht, Polizei und RWE jüngst ein Schnuppertraining auf dem Verkehrsübungsplatz Frillendorf angeboten.

Über 100 Senioren folgten der Einladung. Bevor sie sich selbst aufs Elektrorad schwingen konnten, gab es einen kurzen Informationsfilm. Die Botschaft: Beim Radfahren immer einen Helm aufsetzen. Warum das so wichtig ist, erklärt Karl-Heinz Webels von der Verkehrswacht: „80 Prozent der Verletzungen bei Fahrradunfällen sind Kopfverletzungen. Nur ein Helm bietet verlässlichen Schutz.“ Dazu müsse er aber auch richtig aufgesetzt werden. Die Gurtbänder müssen die Ohren wie ein Dreieck umschließen und das untere Band liegt stramm unter dem Kinn ohne zu strangulieren.

Polizei baute Hindernisparcours auf

Nach einer kurzen Einweisung in die Funktionsweise der Räder konnten die Senioren selbst in die Pedale treten und wurden dabei wie von Zauberhand von einem Elektromotor unterstützt. Die Polizei hatte einen Hindernisparcours aufgebaut. Auf dem Programm standen Slalom- und Kurvenfahren, aber auch das Befahren einer schmalen Gasse. „Viele unterschätzen das Tempo, das man mit E-Bikes erreicht“, sagt Karl-Heinz Webels .

Auch Siegfried Meyer unternahm am Samstag seine ersten Fahrversuche auf einem E-Bike. Der 74-Jährige würde gerne häufiger mit dem Rad fahren, ist aber gesundheitlich angeschlagen. Um nicht so viel strampeln zu müssen, überlegt er, sich ein E-Bike anzuschaffen.

"Leider sind die E-Bikes ja nicht ganz günstig"

Vom Schnuppertraining ist er hellauf begeistert: „Gerade wenn die Straße steil bergauf geht, ist das E-Bike eine unheimliche Unterstützung“, sagt Meyer. Das Schnuppertraining habe ihm geholfen, die eigene Geschwindigkeit und Gefahren im Straßenverkehr besser einzuschätzen. Ob er sich nun tatsächlich ein eigenes E-Bike anschafft, weiß er noch nicht genau. Denn: „Leider sind diese E-Bikes ja nicht ganz günstig.“