Essener Partei-Piraten wollen Jujol ausschließen

Menschen mit geistiger Behinderung nehmen am 26. August 2014 an einem Kunstprojekt in der Diakonie in Essen Dellwig teil. Im Bild: Kursleiterin Annabel Jujol Foto: Sebastian Konopka / WAZ FotoPool
Menschen mit geistiger Behinderung nehmen am 26. August 2014 an einem Kunstprojekt in der Diakonie in Essen Dellwig teil. Im Bild: Kursleiterin Annabel Jujol Foto: Sebastian Konopka / WAZ FotoPool
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Die 48-jährige Künstlerin habe öffentlich Kritik geäußert, ohne diese zunächst intern zur Sprache zu bringen. „So ein Verhalten ist fraktionsschädigend“, sagt Kai Hemsteeg, der Frontmann der Partei-Piraten.

Das bizarre Bäumchen-wechsel-dich-Spiel bei den kleinen Parteien im Rat geht in eine weitere Runde: Wie der Fraktionschef der Partei-Piraten Kai Hemsteeg gestern der NRZ bestätigte, steht für die Fraktionssitzung am Montag ein Antrag zum Ausschluss von Ratsfrau Anabel Jujol auf der Tagesordnung. Auf diesen Schritt hätten sich die übrigen drei Fraktionsmitglieder geeinigt, nachdem Jujol im Gespräch mit dem Internet-Magazin „Informer“ öffentlich Kritik äußerte, ohne diese vorher intern zur Sprache gebracht zu haben. „Inhaltlich sind wir gar nich so weit auseinander“, so Hemsteeg, aber ein solches Verhalten sei schlicht „fraktionsschädigend“. Ein Rauswurf würde der 48-jährigen Künstlerin wohl einen Platz in den Geschichtsbüchern des Rates sichern, denn Jujol trat im Mai für die Linken zum Rat an und schlug sich schon vor der konstituierenden Sitzung öffentlichkeitswirksam auf die Seite der Rats-Piraten Kai Hemsteeg und Wilfried Adamy sowie des Partei-Vertreters Matthias Stadtmann. Und nun fünf Monate später der Rauswurf? Jujol war gestern für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Ihr Austritt würde am Fraktionsstatus der Partei-Piraten nichts ändern, allerdings deren Stadt-Zuschüsse verringern. Erst vor wenigen Tagen hatte Elisabeth van Heesch-Orgass der grünen Fraktion den Rücken gekehrt.