Essener Notschlafstelle öffnet auch samstags

Hier finden Jugendliche, die auf der Straße leben, ein Bett und Respekt vor ihrer Geschichte: im Raum58 in Essen.
Hier finden Jugendliche, die auf der Straße leben, ein Bett und Respekt vor ihrer Geschichte: im Raum58 in Essen.
Foto: WAZ FotoPool
Dank Spenden kann der Raum 58 an der Kastanienallee in der Essener Innenstadt nun täglich Straßenkinder aufnehmen. Im vergangenen Jahr nutzten 219 Jugendliche die Notschlafstelle.

Essen.. Sie haben lange dafür gekämpft und können nun den Durchbruch vermelden: Heute ist die Notschlafstelle Raum 58 in der nördlichen Innenstadt erstmals an einem Samstag geöffnet. Bislang fehlten dem Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) und dem CVJM Essen Sozialwerk, die die Einrichtung gemeinsam betreiben, die Mittel, um täglich (nächtlich) zu öffnen – dank großzügiger Spenden in Zukunft ist das gewährleistet.

Die Notschlafstelle an der Kastanienallee wendet sich an 14- bis 21-Jährige, die weder Zuhause noch Heimplatz haben, keine Schule besuchen und oft drogenabhängig sind.

Jugendliche müssen Vertrauen fassen

Raum 58 bietet ihnen einen Platz für die Nacht und Respekt vor ihrer Geschichte; nur wenn die Jugendlichen Vertrauen fassen und dazu bereit sind, wird auch über Therapie, Betreuung oder Wohnungssuche geredet, sagt Leiterin Manuela Grötschel. 1755 Übernachtungen hat die Einrichtung im Jahr 2012 gezählt, 219 Jugendliche nutzten das Angebot.

Der Bedarf ist demnach da, der Standort ideal: „Das Kreuzviertel liegt zentral, und die Nachbarn haben sich daran gewöhnt, dass es vor der Tür auch mal lautstarke Auseinandersetzungen gibt“, sagt SkF-Geschäftsführer Björn Enno Hermans.

Aufmerksam verfolge man nun den Wandel der nördlichen Innenstadt zum Wohn- und Kreativquartier: Zwar mache der Allbau als Vermieter keinen Druck, aber wenn sich die Nachbarschaft stark wandle, müsse der Raum 58 über einen Umzug nachdenken.

 
 

EURE FAVORITEN

Warum sich die Polizei bei Fahndungen nicht direkt an die Öffentlichkeit wendet

Öffentlichkeitsfahndungen: Annika Koenig, Sprecherin der Polizei Essen, erklärt unter welchen Umständen die Polizei sich bei der Suche nach Tatverdächtigen oder Vermissten an die Bürger wendet.
Mi, 19.09.2018, 16.32 Uhr

Warum sich die Polizei bei Fahndungen nicht direkt an die Öffentlichkeit wendet

Beschreibung anzeigen