Essener Möbelhändler Kröger geht mit 80 in den Ruhestand

Ein Bild aus dem Jahr 2011: Geschäftsführer Franz-Josef Kröger mit seiner Frau Ute Kröger-Rück.
Ein Bild aus dem Jahr 2011: Geschäftsführer Franz-Josef Kröger mit seiner Frau Ute Kröger-Rück.
Foto: Alexandra Umbach
Der Essener Möbelhändler Franz-Josef Kröger verkauft sein Geschäft an einen Großen der Branche. Ein Schritt, der die Zukunft der Firma und der 330 Arbeitsplätze sichern soll. Auch Ehefrau Ute trennt sich von ihrem Unternehmen „Möbel Rück“.

Essen. Im Juni wird Franz-Josef Kröger 81 Jahre alt. Es war wohl der Blick auf’s Alter, warum sich der Essener Unternehmer nun aus dem Möbelgeschäft zurückzieht und seine Möbelhäuser verkauft – allerdings ausgerechnet in einem Jahr, in dem das Familienunternehmen mit Wurzeln in Steele im September 130 Jahre alt geworden wäre.

Am Dienstagabend war bekannt geworden, dass Kröger sein Einrichtungsunternehmen an die österreichische Möbel-Kette XXXL verkauft hat – mit sofortiger Wirkung, nur das Kartellamt muss noch zustimmen. Mit Genehmigungsproblemen rechnet man im Hause Kröger nicht.

Die XXXL-Gruppe ist hinter Ikea und Höffner die Nummer 3 im deutschen Möbelhandel und hat schon mehrfach familiengeführte Möbelfirmen aufgekauft.

Töchter wollten nicht übernehmen

„Wenn man das Alter von Herrn Kröger sieht, ist es nur verständlich, dass er sich Gedanken über die Zukunft des Unternehmens gemacht hat, auch um den Fortbestand und die 330 Arbeitsplätze hier in Essen zu sichern“, sagte am Mittwoch Prokurist Reinhard Radmacher, der selbst bereits 1968 als Buchhalter beim Möbelhändler Kröger anfing und seit vielen Jahren Kröger zur Seite stand. Der 66-jährige Radmacher wird auch unter dem neuen Eigentümer im Management bleiben, genauso wie Verkaufsleiter Hans Dieter Goldschmidt.

Auch die Möbelhäuser Rück, die Ehefrau Ute Kröger-Rück (70) gehören, gehen an die XXXL-Gruppe. Möbel Rück mit über 600 Mitarbeitern hat Standorte in Oberhausen, Schwerin und Neubrandenburg. Zwar haben die Krögers zwei Töchter, Nicole und Tina, die heute Anfang/Mitte 40 sind. Nicole arbeitete selbst noch Anfang der 2000er Jahre im Unternehmen mit. Doch beide Töchter hätten selbst kein Interesse an der Fortführung des Unternehmens gehabt und die Kröger-Enkel seien noch zu jung, sagt Radmacher.

Kröger bleibt Eigentümer der Immobilie

Allerdings: Franz-Josef Kröger bleibt Eigentümer der Immobilie an der Hans-Böckler-Straße mit der markanten Pyramide. Eigentlich wollte Kröger das Haus im vergangenen Jahr großflächig um 15 000 auf 50 000 Quadratmeter Verkaufsfläche erweitern. Doch trotz langen Ringens um die Genehmigung liegen die Pläne seither auf Eis. Vielleicht ist auch das mit den Verkaufsplänen zu erklären. Ob die neuen Eigentümer den Ausbau des Möbelhauses nun angehen, ist offen. „Dafür ist es noch zu früh“, sagte ein Sprecher auf Nachfrage.

In einem Interview nach seinen Wünschen gefragt, antwortete Franz-Josef Kröger vor Jahren einmal: „Ich fände es schön, für ein paar Stunden unter einem Baum zu träumen.“ Falls er sich dies bisher noch nicht erfüllt haben sollte, dürfte er dazu wohl jetzt mehr Zeit haben.