Essener Metzelder-Stiftung feiert zehnjähriges Jubiläum

Stifter Klaus Metzelder (l.) und Schwiegersohn und Stiftungs-Experte Arnd Brechmann.
Stifter Klaus Metzelder (l.) und Schwiegersohn und Stiftungs-Experte Arnd Brechmann.
Foto: FUNKE Foto Services
Ursula und Klaus Metzelder haben vor zehn Jahren eine Familienstiftung gegründet, die jetzt Jubiläum feiert. „Das Engagement ist ansteckend“, sagen sie.

Essen.. Klaus Metzelder überlegt einen Moment. „Natürlich ist es ein Teil des Erbes meiner drei Töchter, mit dem wir arbeiten“, sagt der Borbecker. Und schmunzelt: „Aber alles okay, sie stehen hinter unserer Stiftung und bringen sich aktiv ein“, so der 78-Jährige, der mit seiner Gattin Ursula seit zehn Jahren eine Familien-Stiftung hat und 2016 Jubiläum feiert. „Es ist eine Stiftung, die von der Familie getragen wird. Wir sind auf einem guten Weg“, sagt Metzelder und nickt zufrieden.

Am Anfang, vor zehn Jahren bei der Gründung der Ursula-und-Klaus-Metzelder-Stiftung, stand erst mal wenig Zufriedenheit. Sondern Wut, wie sich Klaus Metzelder erinnert, die zum Impuls für sein besonderes Projekt wurde. „Wut auf Peer Steinbrück“, erklärt der Borbecker. Der Politiker hatte den Eigenanteil von Ersatzschulen um 1,5 Prozent erhöht. „Das katholische Don-Bosco-Gymnasium benötigte für seine Arbeit auf einen Schlag 85.000 Euro mehr pro Jahr. Wie sollte das denn gehen?“, fragte sich Metzelder nicht nur – sondern handelte. Aus christlichem, sozialem und menschlichem Antrieb. „Uns ging es immer gut. Wir wollten etwas zurückgeben. Wir wollen danke sagen für das viele Gute, das uns im Leben geschenkt wurde.“

Sechsstelligen Betrag ausgeschüttet

Mit einer Grundeinlage von 50.000 Euro wurde die Familienstiftung gegründet. Das Kapital hat sich seitdem rege vermehrt. „Bei Geburtstagen gibt es statt Geschenken Spenden“, erklärt Klaus Metzelder. Das Wirken der Stiftung ist zudem in Borbeck und Umgebung nicht verborgen geblieben. Dort ist Klaus Metzelder als Zahnarzt, dessen Praxis in vierter Generation geführt wird, so eine Institution, wie es sein Neffe Christoph Metzelder im Profifußball ist. Der Ex-Nationalspieler hat auch eine Stiftung, die in diesem Jahr ebenfalls ihr Zehnjähriges feiert. In Essen.

Der finanzielle Spielraum der Ursula-und-Klaus-Metzelder-Stiftung ist über die Jahre gewachsen. Mit einem Zwei-Säulen-Modell. Das Stiftungskapital erhöhte sich durch Zustiftungen und ist sicher angelegt. Spenden können zudem direkt als Fördermittel verwendet werden, was im aktuellen Niedrig-Zins-Niveau sehr hilfreich ist. „Unser Engagement ist ansteckend. Das hören wir häufiger“, sagt Klaus Metzelder. Seine Stiftung, die ihre Gründer überleben soll, wird inzwischen auch immer wieder mit Erbschaften bedacht.

"Wie ein Güterzug, der Fahrt aufgenommen hat"

So wurde über die Jahre ein sechsstelliger Betrag ausgeschüttet, mit dem vor allem der Borbecker Don-Bosco-Club unterstützt wird. Mit dem arbeitet das gleichnamige Gymnasium eng zusammen. Das Eigenanteil-Gesetz, das einst die Stiftungs-Wut provozierte, wurde zurückgenommen. Gefördert werden im Don-Bosco-Club, der sich in der Trägerschaft der Salesianer Don Boscos befindet, gezielt Projekte. „Wir wollten nicht einfach Geld reinbuttern, sondern setzen auf Nachhaltigkeit“, erklärt Arnd Brechmann. Der ist Vermögens- und Stiftungsexperte, Schwiegersohn von Klaus Metzelder und im Vorstand der Familien-Stiftung. Die fördert das Projekt „Immersatt“ als Tafel für Kinder und Jugendliche oder die Schulaufgaben-Betreuung. Dazu werden Schüler mit Potenzial gezielt unterstützt. Mit zählbaren Ergebnissen im Notendurchschnitt. Und Erfolgsgeschichten von Jugendlichen, die es anfangs nicht leicht hatten, aber inzwischen studieren.

„Deshalb haben wir so viel Spaß, weiterzumachen“, erklärt Klaus Metzelder. Und er und seine Gattin Ursula sitzen in ihrem Wohnzimmer, schauen durchs Fenster in den bestellten Garten und lächeln zufrieden. „Viele Menschen, die etwas mehr haben, geben ja leider nichts. Da würde ich mir mehr Engagement wünschen“, sagt der Stifter Metzelder und beschreibt sein Empfinden: „Wissen Sie, es fühlt sich wie ein Güterzug an, der Fahrt aufgenommen hat. Das ist so toll.“

 
 

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