Essener Gymnasiast erforscht Zahnpasta aus Bananenschalen

Mikail Bahar will wissen, warum ein Stoff aus Bananenschalen Karies bekämpfen kann.
Mikail Bahar will wissen, warum ein Stoff aus Bananenschalen Karies bekämpfen kann.
Foto: Volker Hartmann/ FUNKE Foto Services
Jugend forscht: Der 18-jähriger Mikail Bahar aus Essen hat ein Extrakt aus Bananenschalen gewinnen können, das den Haupt-Karies-Erreger bekämpft.

Essen. Als Mikail Bahar im Fernsehen sah, dass sich Südamerikaner die Zähne mit Pulver putzen, das aus Bananenschalen gewonnen wird, hatte er eine Frage gefunden, die ihn seit Jahren beschäftigt. „Da wurde ich neugierig“, erzählt der Schüler des Essener Maria-Wächtler-Gymnasiums. „Ich wollte wissen, was da wirkt.“

Bahar hat in vielen Jahren Forschungsarbeit ein Extrakt aus Bananenschalen gewinnen können, das den Haupt-Karies-Erreger bekämpft. Mit seiner Arbeit hat er jetzt den Regionalentscheid des renommierten „Jugend forscht“-Wettbewerbs gewonnen.

Wirksamkeit des Pflanzenstoffes Catechin belegt

Die unzähligen Stunden und der enorme Arbeitsaufwand des Projektes haben sich also bezahlt gemacht. Bahar hat die Wirksamkeit des Pflanzenstoffes Catechin belegt.

Erste Forschungen betrieb der 18-Jährige im Rahmen einer Projektarbeit des Biologie-Unterrichts. Dann verselbstständigten sich seine Forschungen: Fast anderthalb Jahre verbrachte Mikail Bahar den Großteil seiner Freizeit in Laboren sowie im Chemieraum der Schule.

Ein Aachener Forschungszentrum stellte ihm Kariesbakterien kostenlos zur Verfügung, in der MTA-Schule des Elisabeth-Krankenhauses durfte er experimentieren, aus China und aus den Niederlanden bekam er ausführliche Analysen, die Institute für gewöhnlich nicht rausrücken würden. „Offensichtlich waren die Leute von meiner Forschungsarbeit überzeugt. Ich bekam von allen Seiten Unterstützung.“

Lehrer und Mitschüler stärkten ihm den Rücken

Auch seine Lehrer und Mitschüler möchte Bahar nicht unerwähnt lassen, die ihm immer wieder den Rücken stärkten - vor allem, als das Projekt kurzzeitig zu scheitern drohte. „Eigentlich wollte ich 2014 schon bei Jugend forscht teilnehmen, aber es gab Probleme bei der Extraktion des Wirkstoffes. Es musste ein Extraktionsmittel gefunden werden, das nicht selbst schon antibakteriell ist“, erklärt der Jugendliche, der mit Fremdwörtern und Formeln um sich schmeißt, als hätte er bereits ein paar Semester Biologie studiert.

Aktuell steckt er allerdings erstmal in den Abiturvorbereitungen. Mit dem Abi in der Tasche strebt er ein Medizinstudium an, schließlich will er seinen Doktor machen und eines Tages einen Professor-Titel tragen. „Ich möchte erst als Arzt arbeiten und danach in die Forschung.“

Jetzt geht es für Mikail aber zunächst erstmal darum, einen Zahnpasta-Prototypen zu entwickeln und sich damit auf den Landeswettbewerb von „Jugend forscht“ im März vorzubereiten. Trotz Bestnoten in der Schule, betont Bahar, sei er ein „ganz normaler Jugendlicher“ – Hobbies: Gitarrespielen, Grafik-Design und Ausgehen mit Freunden.

 
 

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