Essener Forscher protestieren gegen Guttenberg

Martin Spletter
Der Protest-Brief gegen Verteidigungsminister zu Guttenberg an Kanzlerin Merkel findet auch an der Uni Duisburg-Essen breite Unterstützung. Die Zahl der Unterzeichner wächst stetig, am Montagmittag waren es bundesweit bereits 30.000.

Essen. Zahlreiche Doktoranden und Professoren der Uni Duisburg-Essen beteiligen sich derzeit am öffentlichen Protest gegen den Verbleib von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg im Amt.

Sie haben im Internet einen offenen Brief mitunterzeichnet, der an Bundeskanzlerin Angela Merkel gerichtet ist. In dem Schreiben heißt es, mit „großer Erschütterung und noch größerem Unverständnis“ beobachte man, dass die Kanzlerin „mit aller Macht“ versuche, „einen Minister zu halten, der trotz massiver Gegenbeweise immer noch die Behauptung aufrecht erhält, er habe in seiner Doktorarbeit nicht bewusst getäuscht.“

Damit würden alle wissenschaftlichen Hilfskräfte und ehrlich arbeitenden Doktoranden verhöhnt. „Wenn der Schutz von Ideen in unserer Gesellschaft kein wichtiger Wert mehr ist, dann verspielen wir unsere Zukunft.“

Zu den Mit-Unterzeichnern der Uni Duisburg-Essen gehören nicht nur Wissenschaftler aus der politikwissenschaftlichen Fakultät, sondern auch Vertreter naturwissenschaftlicher Fachbereiche – zum Beispiel Mathematik-Professor Ulrich Görtz oder die Wirtschaftswissenschaftlerin Hannah Schürenberg-Frosch. Die Zahl der Unterzeichner des Briefes steigt derzeit rasant an - am Montagmittag waren es bereits rund 30 000. Den Brief kann man hier nachlesen.