Essener Feuerwehrleute mit Böllern und Raketen attackiert

Die Feiern und das Feuerwerk haben Spuren hinterlassen auf den Straßen in Essen. Im Bild: der Rüttenscheider Stern.
Die Feiern und das Feuerwerk haben Spuren hinterlassen auf den Straßen in Essen. Im Bild: der Rüttenscheider Stern.
Foto: Sebastian Konopka
Chaoten haben in der Neujahrsnacht Raketen und Böller auf Einsatzkräfte gefeuert beziehungsweise geworfen. Feuerwehr: „Respektlosigkeit gegenüber den Rettern“.

Essen.. Während die Polizei Essen am Neujahrsmorgen von einem eher ruhigen Silvester spricht, meldet die Feuerwehr für den Jahreswechsel eine sehr arbeitsreiche Nacht – und leider auch, dass wie im Vorjahr Feuerwehrleute mit Böllern angegriffen worden sind.

„Respektlosigkeit gegenüber Feuerwehr und Rettungsdienst“

„Auch in diesem Jahr war die Respektlosigkeit der Feiernden gegenüber der Feuerwehr und dem Rettungsdienst spürbar“, fasst Sascha Keil zusammen. In der Nacht zum neuen Jahr wurden wieder mehrere Fahrzeuge und Einsatzkräfte gezielt mit Raketen beschossen und mit Böllern beworfen. Zum Glück ist dabei immerhin niemand verletzt worden. Im Vorjahr war ein freiwilliger Feuerwehrmann durch einen Böller so schwer verletzt worden, dass er im Krankenhaus behandelt werden musste.

Im Unterschied zum Jahreswechsel 2013/2014 sind nun insgesamt laut Feuerwehr zwar weniger Einsätze zu verzeichnen, dafür waren die Einsätze aufwendiger und der verursachte Schaden war insgesamt höher.

Dachstuhl in Essen-Stoppenberg brannte

Zum größten Einsatz wurde die Feuerwehr nach Stoppenberg gerufen. In der Straße Huckshorst brannte ein Dachstuhl eines Reihenmittelhauses. Als die Feuerwehr eintraf, drang bereits Rauch über die gesamte Dachfläche unter den Dachpfannen heraus. Die Feuerwehr war mit zwei Löschzügen vor Ort und musste am betroffenen Gebäude die Dachhaut abtragen. Verletzt wurde niemand. Die Kriminalpolizei ermittelt jetzt die Brandursache.

Deutlich weniger Löscheinsätze und technische Hilfeleistungen verzeichnete die Feuerwehr insgesamt im Zeitraum zwischen null und vier Uhr. Sie wurde 32 Malalarmiert, im Vorjahr waren es 86 Fälle.

Den Schwerpunkt der Einsätze (18) bildeten erneut Brände von Papier- und Abfallcontainern, die in Flammen standen, weil Chaoten Raketen oder Böller hineingeworfen hatten (Vorjahr: 37). Außer zu dem Dachstuhlbrand rückte die Wehr zudem zu einem Wohnungs- und zu fünf Zimmerbränden aus.

Zu viel Alkohol, Schlägereien, unsachgemäßer Umgang mit Pyrotechnik

Zwischen Mitternacht und vier Uhr morgens waren alle Löschfahrzeuge der Berufsfeuerwehr im Einsatz, sie wurden vielerorts durch die Freiwilligen Feuerwehr unterstützt.

Viel zu tun hatte aber auch der Rettungsdienst: Um trotz der vielen Einsätze jederzeit helfen zu können, waren sieben Rettungswagen zusätzlich unterwegs. In der Zeit von 18 Uhr am Mittwoch bis 10 Uhr am Neujahrstag verzeichnete die Feuerwehr 206 Rettungsdiensteinsätze (2013/14: 189). In 34 Fällen musste ein Notarzt eingreifen (2013/14: 32). Bis fünf Uhr morgens war der Rettungsdienst voll ausgelastet.

Die häufigsten Einsatzgründe waren Verletzungen als Folge von zu viel Alkohol, Stürze, Schlägereien und unsachgemäßer Umgang mit Feuerwerkskörpern.

Polizei Essen 274 Mal im Einsatz

Die Polizei beschreibt die Silvesternacht als ruhig: „Keine außergewöhnlichen Vorfälle“, sagt Sprecherin Tanja Horn. Die Leitstelle registrierte 274 Einsätze, meist wurden Ruhestörungen oder beschädigte Mülleimer gemeldet.

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