Essener Brauerei Stauder will Wettbewerber in Nachbarstädten angreifen

Janet Lindgens
Die Inhaber der Brauerei Thomas (l.) und Axel Stauder.
Die Inhaber der Brauerei Thomas (l.) und Axel Stauder.
Foto: WAZ Fotopool
Die Essener Familienbrauerei Stauder verkaufte 2012 mehr Bier, das Jahresergebnis rutschte wegen einmaliger Kosten für die ausgegebene Anleihe jedoch ins Minus. Dieses Jahr will die Brauerei in den Nachbarstädten angreifen. Im Fokus stehen unter anderem Gelsenkirchen, Bottrop, Gladbeck und Mülheim.

Essen. Die Brauerei Stauder ist im vergangenen Jahr gegen den Markttrend gewachsen. Unterm Strich rutschte das Unternehmen jedoch in die roten Zahlen. Während der deutsche Bierabsatz um rund zwei Prozent schrumpfte, stieg der Verkauf der Marke Stauder um 2,5 Prozent, teilte die Stauder-Geschäftsführung am Mittwoch mit. Beim Umsatz konnte der Traditionsbetrieb leicht zulegen, nämlich um etwas über 70.000 Euro auf rund 20,8 Millionen Euro. „Wir profitieren von einem Konsumtrend, der dahin geht, dass sich Menschen Unternehmen und Marken zum Anfassen wünschen“, so Stauder.

Allerdings drückten die Kosten für die im November aufgelegte Unternehmensanleihe das Jahresergebnis ins Minus. Rund eine halbe Million Euro musste Stauder dafür aufwenden. „Das war aber geplant“, sagte Thomas Stauder. Wie groß der Verlust ausgefallen ist, konnte Stauder gestern noch nicht sagen. Bislang gebe es nur vorläufige Zahlen, hieß es. Der operative Gewinn, also der aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit, habe jedoch bei rund 300.000 Euro gelegen, so Stauder.

Anleihe brachte 10 Millionen Euro

Die Unternehmensanleihe hatte dem Unternehmen zehn Millionen Euro in die Kasse gespült. Mit der Hälfte des an der Börse eingesammelten Geldes löste Stauder Bankschulden ab, die andere Hälfte will das Unternehmen in die Expansion investieren. Vor allem in den umliegenden Städten wollen die Essener dieses Jahr die Wettbewerber angreifen und ihren Marktanteil deutlich ausweiten. Im Fokus stehen unter anderem Gelsenkirchen, Bottrop, Gladbeck und Mülheim. Bislang hat Stauder in diesem regionalen Kernmarkt beim Flaschenbier einen Marktanteil von rund 14 Prozent, 20 Prozent seien ein realistisches Ziel.

Helfen soll dabei die vor zwei Jahren gestartete Werbekampagne, die die Stauders als regional verwurzeltes Familienunternehmen präsentiert. „Wir können auch über Essen hinaus die Rolle der Heimatbrauerei annehmen“, ist Thomas Stauder überzeugt. Die öffentlichen Auftritte jedoch kosten die beiden Geschäftsführer Axel und Thomas Stauder, die die Firma in der sechsten Generation führen, schon heute jede Menge Arbeitszeit. 70 bis 80 Stunden Arbeitspensum pro Woche seien keine Seltenheit, sagen die Cousins.

Den Absatz ankurbeln soll dieses Jahr auch ein neues Produkt. Nach der Einführung einer Zitronen-Fassbrause 2012 ist seit Anfang des Jahres eine zweite Geschmacksrichtung auf dem Markt: Apfel-Rhabarber. Allerdings gibt es einige Fragezeichen hinter dem geplanten Wachstum. So ist nicht klar, wie sich das Rauchverbot ab Mai auf die Gastronomie und somit den Bierabsatz auswirkt. „Sicher nicht absatzfördernd, aber die Auswirkungen werden punktuell begrenzt sein“, meint Axel Stauder.