Essener Bäcker und Prinzipal kreieren „Mond-Palätzchen“

Christian Stratmann, Prinzipal des Mondpalastes (l.), und Bäckermeister Hermann Welp präsentieren ihre Mond-Palätzchen, die sie an diesem Wochenende unters Theatervolk bringen wollen.
Christian Stratmann, Prinzipal des Mondpalastes (l.), und Bäckermeister Hermann Welp präsentieren ihre Mond-Palätzchen, die sie an diesem Wochenende unters Theatervolk bringen wollen.
Foto: Knut Vahlensieck
Prinzipal Christian Stratmann und Bäckermeister Hermann Welp kennen sich seit Jugendtagen. Nun bringen sie „Mond-Palätzchen“ unters Theatervolk.

Essen-Bergerhausen.  Mit ihren „Mond-Palätzchen“ bringen der Prinzipal Christian Stratmann und Bäckermeister Hermann Welp an diesem Wochenende im Wanne-Eickeler Mondpalast eine Gemeinschaftsproduktion auf den Markt, die aus ihrer Sicht längst überfällig war: Schließlich kennen sich die beiden Persönlichkeiten, deren Charakterköpfe auch die Verpackung des süßen Gebäcks zieren, schon seit Jugendtagen.

Es sind turbulente Zeiten, in denen sich der Prinzipal und der Bäcker Anfang der 1970er-Jahre als junge Männer begegnen: „Ich erinnere mich noch gut an das Attentat bei den Olympischen Spielen in München. Auf dem Schulhof gab es kein anderes Thema“, blickt Stratmann auf seine Zeit an der Fachoberschule für Sozialpädagogik und Hauswirtschaft in Holsterhausen zurück und ergänzt: „Ein schulisches Restebecken für all jene wie uns, die das Abitur nicht gepackt haben.“

Freunde verloren sich nach der Schulzeit 20 Jahre aus den Augen

Die jungen Männer teilen sich die Schulbank mit vielen „Berufsdemonstranten aus dem linken Spektrum“, erinnert sich Hermann Welp, „die Zeiten waren von vielen Umbrüchen geprägt“. Der 62-Jährige wird in jenem Haus an der Rellinghauser Straße 286 groß , in dem er bis heute in dritter Generation die Backstube seiner Familie weiterführt. Christian Stratmann, jüngstes von acht Kindern, wächst nur wenige hundert Meter weiter in einem Haus an der Ruhrallee auf; wird Messdiener und Domsingknabe beim frisch gegründeten Ruhrbistum.

Vielleicht ist es diese katholisch-konservative Erdung, die die beiden Männer zusammenbringt. „Wir haben damals viel gelernt, wirklich. Für mich war der Abschluss wie der letzte Strohhalm, nach dem ich griff“, sagt Stratmann, den es wenig später nach einem kurzen Studienversuch an der Uni Duisburg nach Hamburg zieht. Welp hingegen konzentriert sich auf die elterliche Bäckerei. Die beiden Männer verlieren sich aus den Augen.

„Mond-Palätzchen“ erinnern an mit Tacken ausgezeichnetes Gebäck

„Erst Ende der 1990er-Jahre habe ich Christian dann in einem Zeitungsartikel über das Theater im Europahaus wiedererkannt und ihn einfach angerufen“, sagt Hermann Welp. Die beiden verabreden sich auf einen Kaffee in der Essener Innenstadt – und knüpfen schnell an ihre alte Freundschaft an. Bis zum nächsten Wiedersehen lassen sie allerdings nicht mehr so viel Zeit verstreichen: Welp besucht Stratmann in seinem Mondpalast in Herne, der Prinzipal wiederum den Backwarenstand seines Kumpels am Rüttenscheider Markt, wo er auch wohnt.

„Wir haben schon lange die Idee, ein gemeinsames Produkt zu entwickeln. Christian wollte ursprünglich ein exklusives Brot für sein Theater, ich konnte ihn dann aber umstimmen“, schildert Hermann Welp die Idee für die süßen „Palätzchen“. Das sizilianische Mandelgebäck ähnelt dabei jenem seiner Marke „pane&dolci“, für die der Essener Marketingclub den Bäckermeister in diesem Jahr mit dem „Tacken“ auszeichnete.

Im Gegensatz zum preisgekrönten Gebäck gibt es die „Mondpalätzchen“ allerdings nicht in der Bäckerei, sondern nur im Theaterkiosk des Mondpalastes. Kommen die süßen Häppchen gut an, schließen die beiden weitere kulturell-kulinarische Verbindungen nicht aus: Genug Flausen hatten sie schließlich schon immer im Kopf.

 
 

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