Essen: Youtuber bringt Jugendliche in höchste Gefahr – Großeinsatz der Polizei

Polizeieinsatz in Essen: Zeugen hatten einen bewaffneten Raubüberfall auf einen Kiosk gemeldet. (Symbolbild)
Polizeieinsatz in Essen: Zeugen hatten einen bewaffneten Raubüberfall auf einen Kiosk gemeldet. (Symbolbild)
Foto: imago images / photothek

Was die aufgeregten Anrufer am Dienstagnachmittag der Polizei Essen am Telefon meldeten, klang dramatisch: „Maskierte und bewaffnete Männer überfallen gerade den Kiosk an der Frohnhauser Straße 359! Die Räuber sind noch im Laden!“

Zwei Polizeibeamtinnen waren kurze Zeit später vor Ort, zahlreiche Einsatzfahrzeuge machten sich umgehend auf den Weg. Etwa zwölf Polizeiwagen standen schließlich am Kiosk, Polizisten sicherten den Bereich: Straßenbahnen, Autos und Fußgänger durften den Bereich nicht mehr passieren.

Essen: Polizisten richten Waffen auf die Maskierten

Tatsächlich stürmten zwei maskierte Personen aus dem Kiosk, beide hatten augenscheinlich Schusswaffen in den Händen. Die beiden Polizeibeamtinnen, die als erste vor Ort waren, richteten ihre Waffen auf die Maskierten. Weitere Polizisten zogen ebenfalls ihre Waffen.

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Die beiden mutmaßlichen Räuber, 16 und 17 Jahre alt, ließen sofort ihre Waffe los und legten sich mit dem Gesicht auf den Boden. Sie riefen aufgeregt: „Das ist nur ein Videodreh! Das ist nur Spaß!“

„Das ist nur Spaß“

„Rückblickend darf man es als sehr glücklich bezeichnen, dass die beiden mutmaßlichen Räuber sofort den Befehlen der Beamtinnen folgten“, schreibt die Polizei. Sonst hätte der Spaß ein böses Ende nehmen können.

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Die Einsatzkräfte forderten unter Waffenandrohung weitere Personen auf, den Kiosk zu verlassen. Die Männer (36, 15, 21, 29 und 48 Jahre alt) wurden ebenfalls festgesetzt.

Zwei von ihnen, (29 und 36 Jahre alt), zeigten keinerlei Verständnis für die polizeilichen Maßnahmen, sie und verhielten sich verbal aggressiv gegenüber den Einsatzkräften.

Bewaffneter Überfall in Essen?

Noch vor Ort stellten die Polizisten dann fest, dass der 29-Jährige sich als „Youtuber“ bezeichnet.

Die Polizei schreibt: „Professionelle Filmemacher, die Videosequenzen oder andere öffentliche Aufführungen planen, ersuchten die Behörden bislang regelmäßig um Erlaubnis und wiesen auf mögliche problematische Situationen hin, die in der Öffentlichkeit falsch verstanden werden könnten.“ Der Youtuber hatte das offenbar für nicht nötig erachtet.

Nachdem sichergestellt worden war, dass es sich nicht um keinen echten bewaffneten Überfall handelte, nahmen die meisten Polizisten wieder ihre ursprünglichen Einsätze wahr.

Jugendliche in großer Gefahr

Die Beamten stellten stellten die mutmaßliche Softairwaffe, die Maskierungen und die Kamera sicher. Gegen die Schauspieler, deren Helfer, den Kioskbetreiber und den Youtuber liegt nun eine Anzeige vor.

Einige der Erwachsenen schienen bis zum Schluss nicht verstanden zu haben, „in welch große Gefahr sie die beiden jugendlichen Protagonisten gebracht haben“, so die Polizei. (pen)

 
 

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