Essen: Widerlicher Schriftzug in Steele verhöhnt Opfer von Hanau – auch in Köln Gedenkorte beschmiert

Foto: imago images/Patrick Scheiber

Einige Gedenkstätten für die Opfer des Amoklaufs in Hanau sind am Wochenende beschmiert oder zerstört worden. So auch in Essen, Köln und Frankfurt am Main.

In Essen in der Bahnunterführung von Neuholland nach Steele prange seit ein paar Tagen der verhöhnende Schriftzug „Hanau HA HA“, teilte das Bündnis „Essen stellt sich quer“ mit.

Opfer des Anschlags von Hanau werden von Nazis in Essen, Köln und Frankfurt verhöhnt

„Ziel solch einer Strategie ist es betroffene Personen gezielt einzuschüchtern, zu verunsichern. Die Nachricht ist: Auch hier ist niemand vor neonazistischem Terror sicher“, so das Bündnis.

Ähnliche Fälle gibt es in Köln und Frankfurt am Main.

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In Köln wurden Folien mit Namen und Bildern der Opfer abgerissen und in die Böschung am Rhein geworfen. Die Polizei bestätigte am Sonntag einen entsprechenden Vorfall in Köln-Rodenkirchen.

Gedenkplakate mit Hakenkreuzen beschmiert

In Frankfurt am Main wurden Gedenkplakate mit Hakenkreuzen beschmiert. Die Kreuze seien spiegelverkehrt vermutlich mit einem dicken Filzschreiber auf die Plakate gemalt worden, teilte die Polizei am Sonntag mit. Der Staatsschutz ermittelt.

Am Freitag wurde deutschlandweit der Opfer des Anschlags von Hanau gedacht, die vor einem Jahr von Tobias R. aus rassistischen Gründen erschossen worden sind.

Neun Menschen starben bei dem Amoklauf

Es starben neun Menschen bei dem Amoklauf.

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Das sind die Opfer von Hanau

  • Mercedes Kierpacz
  • Sedat Gürbüz
  • Gökhan Gültekin
  • Kaloyan Velkov
  • Vili Viorel Paun
  • Fatih Saraçoglu
  • Ferhat Unvar
  • Hamza Kurtovic
  • Said Nesar Hashemi

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Der 43-jährige Deutsche Tobias R. tötete sich anschließend selbst. Zuvor soll er noch seine eigene Mutter getötet haben.

Er hatte Pamphlete und Videos mit Verschwörungstheorien und rassistischen Ansichten im Internet veröffentlicht. (fb/dpa)