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Essen: Weihnachtsmarkt abgesagt – auf die Peru-Kartoffel musst du trotzdem nicht verzichten!

Essen: Der Weihnachtsmarkt kann in diesem Jahr leider nicht stattfinden. Das heißt auch, dass du keine Peru-Kartoffel kaufen kannst.
Essen: Der Weihnachtsmarkt kann in diesem Jahr leider nicht stattfinden. Das heißt auch, dass du keine Peru-Kartoffel kaufen kannst.
Foto: Funke Foto Services / Julia Scholz/ DER WESTEN Montage: DER WESTEN

Essen. Die Enttäuschung war nicht nur bei den Essenern groß: Der Weihnachtsmarkt in Essen muss 2020 wegen Corona leider ausfallen. Und das bedeutet auch, dass die beliebte Peru-Kartoffel in diesem Jahr keine Reisebusse in die Essener City locken wird.

Von fast überall strömten die Menschen in den vergangenen Jahren in die Innenstadt, nur um in den Genuss der knusprigen Kartoffel zu kommen. Beim Weihnachtsmarkt in Essen kannst du dich diesmal nicht in die meterlange Schlange stellen, um auf die Kult-Knolle zu warten. Keine knusprige Schale und kein geschmolzener Käse ... Doch bevor du nun völlig verzweifelst, wollen wir für einen kleinen Lichtblick sorgen.

Essen: Weihnachtsmarkt 2020 fällt aus - auf die Peru-Kartoffel musst du trotzdem nicht verzichten

Ich habe versucht, die peruanische Kult-Kartoffel nachzukochen, damit das Warten auf den Weihnachtsmarkt im nächsten Jahr nicht allzu schlimm wird. Die Zubereitung kann ja nicht sooo schwierig sein. Also, los geht's!

Im Netz finde ich allerhand Rezepte, um besagte „Papa Rellena“ zu kochen. Viele von ihnen beziehen sich sogar auf die spezielle Krokettenart aus Essen. Doch schnell wird mir klar, was ich schon befürchtet habe: Mir fehlt die nötige Fritteuse. Ein Anruf bei der Schwiegermama löst das Problem und schon steht eine Heißluft-Fritteuse in meiner Küche. „Das stinkt nicht so und die Kartoffel muss nicht in Öl baden.“ Gut, mal sehen.

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Ab in den Supermarkt und Zutaten kaufen. Du solltest sie im herkömmlichen Discounter bekommen.

Diese Zutaten brauchst du für deine Peru-Kartoffeln für zwei Personen:

  • 1 Kilogramm mehligkochende Kartoffeln
  • 250 Gramm Hackfleisch oder (ich habe mich wahlweise für Veggie-Hack entschieden)
  • 2 Eier
  • 2 Esslöffel Rosinen
  • eine Handvoll schwarze Oliven
  • ein paar Zweige Petersilie
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 rote Zwiebel
  • 1 Esslöffel Tomatenmark
  • etwas Chilipulver (je nach Geschmack)
  • 1 Teelöffel Oregano
  • einen halben Teelöffel Kreuzkümmel
  • Salz
  • Pfeffer
  • etwas Mehl

Kleiner Tipp: ich konnte mich nicht entscheiden zwischen der peruanischen Hack-Kartoffel und der Schinken-Käse-Mais-Variante. Also habe ich jeweils drei von jeder Sorte gemacht. Für die Käse-Füllung hab ich ein bisschen experimentiert: Hier habe ich 100 Gramm Gouda, rote Paprika, Oliven und Mais genommen. Wähl' einfach das, worauf du Lust hast oder was der Kühlschrank hergibt!

Mein Tipp: Höre Weihnachtssongs und trinke Glühwein beim Kochen

Als erstes suchst du dir dann deine Lieblings-Playlist für Weihnachtssongs raus - du willst ja nicht „Last Christmas“ in Dauerschleife hören - und trinkst nebenher einen Glühwein. Dann schneidest du die Zwiebeln und hackst den Knoblauch. Beides brätst du mit etwas Öl in der Pfanne an. Dann das Hack hinzugeben und mit dem Chilipulver und dem Tomatenmark brutzeln lassen.

Anschließend alles gut mit Salz, Pfeffer, Kreuzkümmel und Oregano würzen, Rosinen, Petersilie und Oliven hinzugeben und kurz anbraten lassen. Danach stellst du alles zum Kühlen in den Kühlschrank. So weit, so gut. War bislang kein Hexenwerk und geht echt schnell.

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Doch jetzt kommen wir zum heiligen peruanischen Kartoffelteig. Hier kochst du die Kartoffel mit Schale in einem Topf. Dann pellst du die Knollen und zerstampfst sie mit den zwei rohen Eiern. Das geht einfach. Der etwas abgewandelte Kartoffelpüree ist cremig und klebt nicht. Den Inhalt der Schüssel lässt du auch kurz abkühlen.

Den Kartoffelteig bei 180 Grad Umluft in der Fritteuse backen

Gar nicht so schwierig bisher, denke ich mir. Doch jetzt ist Fingerfertigkeit gefragt: Der Kartoffelteig muss in sechs gleich große Portionen geteilt werden. Sicher hast du oft den peruanischen Köchinnen auf dem Essener Weihnachtsmarkt zugeschaut und weißt, wie du den Teig formst.

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Im Ruhrgebiet spricht man Tacheles und redet nicht lange um den heißen Brei herum. DER WESTEN-Redakteurin Julia Scholz beschäftigt sich in der Kolumne „Da sachste, wat Sache ist“ mit aktuellen Themen, die die Menschen im Revier bewegen.

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Zum Schluss drückst du eine Mulde hinein, die du großzügig mit der Masse füllen kannst. Schnell merke ich, dass hier weniger mehr ist, weil noch ein „Deckel“ aus Kartoffelteig die Zutaten bedecken soll. Jetzt die Königsdisziplin: in Mehl wälzen, mit Öl bestreichen und ab in die Fritteuse - bis deine Kartoffel goldbraun wird. Ich habe sie für 25 Minuten bei 180 Grad Umluft gebacken.

Nach ein paar Minuten macht sich Ratlosigkeit breit: Die Kartoffeln werden nicht braun, egal, wie lange sie in der Fritteuse braten...Muss ich sie wohl oder übel gelblich essen.

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Die Krux des Gerichts: die kultige Tomatensoße. Niemand - absolut niemand - kennt die Geheim-Rezeptur. Im Internet gibt es viele Foren, in denen Menschen verzweifelt danach suchen. In Rezepten wird sie kurzerhand verschwiegen. Aber Soße braucht die Kartoffel schon, damit sie nicht so trocken daherkommt. Meine Notlösung: Tomaten kleinschneiden und mit passierten Tomaten anrühren. Mit Salz und Pfeffer würzen und viel Parmesan dazugeben. Schmeckt leider nicht annähernd wie das Original. Vielleicht hast du eine bessere Idee?

Dazu habe ich einen Rucola-Salat serviert. Ihr könnt aber auch den guten altbewährten Krautsalat anrichten.

Mein Fazit: selbstgemachte Kartoffel leider nicht ganz so gut wie das Original

Mein Fazit: Es war ein leckeres Essen und es hat Spaß gemacht in Erinnerung an den Weihnachtsmarkt zu schwelgen. Außerdem war es eine gelungene Abwechslung im Corona-Alltag. Aber an das Original der Peru-Kartoffel vom Essener Weihnachtsmarkt kam sie leider nicht heran.

Ich kann jedem nur empfehlen: ganz oder gar nicht. Wenn ihr die Peru-Kartoffel nahezu originalgetreu essen wollt, muss sie in Öl frittiert werden. Denn meine waren etwas trocken und nicht knusprig wegen der Heißluft-Alternative. Die Hackfüllung war allerdings der Knaller.

Am nächsten Wochenende werde ich vielleicht Poffertjes selbst machen. Die holländische Spezialität fehlt mir ebenfalls. Hoffen wir mal, dass wir uns nächstes Jahr wieder gemeinsam in die langen Schlangen an den Weihnachtsbuden anstellen können. Ich werde auch reichlich Geduld mitbringen.