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Essen: Frau ist am Ende ihrer Kräfte – sie hat nur einen Wunsch

Essen: Dieses Jahr wird Sandra H. ihre Tochter wohl nicht sehen.
Essen: Dieses Jahr wird Sandra H. ihre Tochter wohl nicht sehen.
Foto: privat

Essen. Sandra H. erzählt: „Ich bin am Ende meiner Kräfte“. Denn erst am Dienstag hatte sie einen Gerichtstermin in Essen, der alles noch schlimmer werden ließ.

Jetzt ist klar: Die 46-Jährige wird Weihnachten ohne ihre Tochter verbringen müssen! Doch was ist passiert?

Essen: Mutter angeblich Gefahr für Tochter

Ihre zehnjährige Tochter, Laura, wurde im Oktober vom Jugendamt aus der Schule in Essen geholt. Laura muss zumindest vorerst ohne ihre Mutter leben. Seit etwa zwei Monaten wohnt Laura in einer Kindernotaufnahme. Grund für diese harte Entscheidung soll sein, dass die Zehnjährige in der Vergangenheit öfters nicht zur Schule gegangen war. Nachdem die Mutter nach eigenen Angaben vor ein paar Jahren gestalkt worden sein soll, habe ihre Tochter Angst gehabt, das Haus zu verlassen.

Für das Jugendamt ist dagegen klar: Von Sandra H. geht „eine Kindeswohlgefährdung des Kindes im Haushalt der Mutter“ aus – so die kurze Erklärung des Jugendamts gegenüber DER WESTEN.

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Konkreter soll Laura von ihrer Mutter seelisch misshandelt werden. Eine vom Jugendamt beauftragte Gutachterin bemängelt offenbar neben Lauras Fernbleiben von der Schule nämlich vor allem die familiäre Situation: Es soll eine Rollenumkehr bei Familie H. gegeben haben. Sandra H. soll ihre Tochter demnach für sich instrumentalisiert haben. Laura soll dabei die Mutterrolle habe einnehmen müssen.

Deshalb soll der 46-jährigen Mutter daraufhin das Aufenthaltsbestimmungsrecht für ihre Tochter entzogen worden sein. Auch das Sorgerecht liege nicht mehr alleine bei der Mutter, sondern auch bei der Notaufnahmestelle.

Mutter kann Vorgehen nicht nachvollziehen

Sandra H. ist fassungslos über diese Vorwürfe. Sie räumt zwar ein, dass es zu Hause auch Fehler gegeben habe. So soll auch ihre 17-jährige Tochter Michelle vor einigen Jahren die Schule eine Zeit lang nicht besucht haben, weil sie vorab gemobbt worden seien soll.

Dann soll das Jugendamt eine Familienhilfe zu Familie H. geschickt haben. Anschließend habe es ein Gespräch mit dem Jugendamt gegeben, um die Situation der Familie zu besprechen. Das soll allerdings verbal eskaliert sein.

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Sandra H. gibt zu: „Beim Jugendamt ecke ich schon länger an.“ Das Vorgehen des Jugendamts könne sie aber nicht nachvollziehen. Auch seien einige Punkte offenbar bewusst nicht ins Gutachten aufgenommen worden. Nach all den Erfahrungen mit dem Jugendamt habe die 46-Jährige deshalb das Gefühl, dass das Jugendamt ein persönliches Problem mit ihr habe. Zumal Laura in letzter Zeit normal die Schule besucht haben soll.

Im Gegensatz zum Gutachten beschreibt Sandra H. die Situation in der Familie als ein „liebevolles Familienunternehmen“. Ihre Tochter Laura sei „ein sehr großes Sensibelchen“. Sie sei noch nie von zu Hause getrennt gewesen, wolle unbedingt zurück nach Hause. In der Notunterkunft habe man ihr auch noch verboten, zu weinen und Bilder für ihre Mutter zu malen. Zudem habe die Mutter feststellen müssen, dass sich ihre Tochter verändert habe.

Anwalt: „Darstellung völlig übertrieben“

Das bestätigt auch ihr Anwalt Uwe Mahnke. Mahnke sagt: „Der Schulbesuch von Laura war stabil.“ Und auch er könne die Vorwürfe des Gutachtens nicht verstehen. Schließlich gebe es eine enge Bindung zwischen Sandra H. und ihrer Tochter Laura. „Die Darstellung mit der Isolierung von Laura und so weiter ist völlig übertrieben“, sagt Mahnke.

Zudem zweifele Mahnke daran, ob die Gutachterin als Diplompsychologin die geeignete Person für das Erstellen eines derartigen Gutachtens sei. Stattdessen würde der Anwalt jemanden mit einer therapeutischen Erfahrung vorziehen.

Mahnke befürchtet zudem, dass sich die Trennung zwischen Laura und ihrer Mutter auch negativ auf die Entwicklung der Zehnjährigen auswirken könnte. Der Anwalt habe deshalb bereits Beschwerde eingereicht und verlange ein zweites Gutachten. In dem noch andauernden Hauptverfahren wollen der Anwalt und Sandra H. versuchen, das Aufenthaltsbestimmungsrecht für Laura wiederzubekommen.

Denn jetzt dürfe Sandra H. ihre Tochter nur noch ein bis zwei Stunden im Monat in der Unterkunft besuchen. Ob sie ihre Tochter noch in diesem Jahr wiedersehen dürfe, wisse sie noch nicht. (nk)

 
 

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