Essen

Essen: Steeler Jungs im Visier des Verfassungsschutzes

Die Gruppierung „First Class Crew – Steeler Jungs“ stößt nicht nur auf Zustimmung. Bei einer Gegendemonstration im März demonstrierten circa 200 Menschen gegen die Gruppe.
Die Gruppierung „First Class Crew – Steeler Jungs“ stößt nicht nur auf Zustimmung. Bei einer Gegendemonstration im März demonstrierten circa 200 Menschen gegen die Gruppe.
Foto: Kerstin Kokoska/ FUNKE Foto Services

Essen. Seit April 2018 patrouillieren die „Steeler Jungs“ bei ihren „Stadtspaziergängen“ durch die Innenstadt von Essen-Steele – und sorgen damit für Unbehagen bei ihren Mitbürgern.

Das Auftreten der „Steeler Jungs“ hat ihnen jetzt einen Eintrag im Verfassungsschutzbericht des Landes NRW 2018 gesichert. Ein Schwerpunkt des Berichtes: Rechtsextremismus und seine Auswüchse.

Steeler Jungs in Essen: Eine von drei großen, bürgerwehrähnlichen Gruppen in NRW

In einer Zeit, in der Rechtsextremisten offensiv Position und Haltung propagieren, weist NRW-Innenminister Herbert Reul auf die Wichtigkeit hin, die hart erkämpfte Freiheit und Demokratie zu schützen.

Im Kapitel „Rechtsextremismus“ werden verschiedene bürgerwehrähnliche Gruppen gesprochen, welche sich seit des Flüchtlingszuzugs im Jahr 2015 in NRW gebildet haben – darunter auch die aus Essen bekannten „Steeler Jungs“.

Verschiedene Gruppen – gleiche Ziele

In ihrer Motivation unterscheiden sich die Gruppierungen kaum: Sie versuchen, den Eindruck erwecken, dass Flüchtlinge insgesamt eine Bedrohung darstellen, welcher die Regierung nicht gewachsen sei. Viele Mitglieder kommen aus dem Hooligan- und Rockermillieu.

Durch ihre „Spaziergänge“ durch die Innenstädte geben sie vor, die öffentliche Sicherheit eigenständig zu verbessern. Die „First Class Crew – Steeler Jungs“ ist seit April 2018 regelmäßig in Essen unterwegs.

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Zustimmung für rechtsextreme Positionen besonders im Internet

Mit Blick in die Zukunft werde dem Bericht zufolge das Eintreten für Grundrechte, Pluralismus und Demokratie „heute mehr denn je eine wichtige gesamtgesellschaftliche Daueraufgabe“.

Denn einerseits sei Rechtsextremismus „gesellschaftsfähiger“ geworden. Meinungen, die vor einigen Jahren noch hinter verschlossenen Türen geteilt und verbreitet wurden, würden mittlerweile in verschiedenen Organisationen, auf Demonstrationen und vor allem im Internet Zustimmung finden.

Rechtsextremistisches Gedankengut als legitime Meinung

Außerdem zeigen sozialwissenschaftliche Untersuchungen dem Bericht zufolge, dass ein kleiner Teil der Bevölkerung rechtsextremistisches Gedankengut, zumindest einigen Punkten, teilt.

Die Wahrnehmung und Bewertung von rechtsextremistischen Positionen habe sich verschoben. Sie würden als legitime Meinung aufgefasst und mit der Meinungsfreiheit begründet.

Aufklärung, Analyse und Information

Weiterhin seien schon jetzt neue Themen abzusehen, welche rechtsextremen Gruppierungen in die Hände spielen könnten. Salafistische Täter berufen sich bei ihren Taten immer wieder auf den Islam und sorgen so für den Eindruck, dass der Islam eine Rechtfertigung für Hass und Gewalt sei.

Die Terroranschläge, wie jener vom 15. März im neuseeländischen Christchurch und die Ermordung des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke sind für Innenminister Reul klare Ergebnisse dieser Entwicklungen. Es sei jetzt wichtiger denn je, mit Aufklärung, Analysen und Informationen gegen diese Zustände vorzugehen. (db)

 
 

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