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Essen: Vater ließ Sohn Luis (2) verhungern – jetzt startet der Prozess

Essen: Luis' Vater soll den Zweijährigen im überhitzen Dachgeschoss eingesperrt haben. Nachbarn stellten nach dem Bekanntwerden der Tat Kerzen vor die Haustür.
Essen: Luis' Vater soll den Zweijährigen im überhitzen Dachgeschoss eingesperrt haben. Nachbarn stellten nach dem Bekanntwerden der Tat Kerzen vor die Haustür.
Foto: Socrates Tassos / FUNKE Foto Services

Essen. Das Drama um den kleinen Luis (2) aus Essen hat im Juni ganz Deutschland erschüttert. Der Vater (51) soll das Kleinkind ganz allein in der Sommerhitze der Dachgeschosswohnung ohne Trinken zurückgelassen haben. 18 Stunden lang.

Der Junge starb, weil er keine Chance hatte, der Hitze-Hölle zu entkommen: Der Vater soll die Türklinke abgeschraubt haben.

In der nächsten Woche beginnt der Prozess gegen Luis' Vater vor dem Landgericht Essen.

Landgericht Essen: Vater von Luis (2) muss sich vor Gericht behaupten

Eine Obduktion ergab, dass das Kind an Kreislaufversagen nach einem Hitzeschock gestorben ist. Die Rechtsmediziner fanden außerdem Anzeichen einer Dehydrierung.

Hilfe vom Jugendamt kam zu spät

Die Familie war dem Jugendamt bereits gegen Ende 2018 aufgefallen. Sie erhielten Unterstützung, und ab dem 1. August hatten Fachkräfte den Eltern einen „kindgerechten Umgang“ beibringen sollen.

Für Luis zu spät. Seine zwei Geschwister, ein und vier Jahre alt, wurden nach dem Vorfall dem Jugendamt übergeben.

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Die Stadt berichtete, dass eine sofortige Inobhutnahme der Kinder wegen Kindeswohlgefährdung oder Vernachlässigung zum Zeitpunkt des ersten Kontakts nicht gerechtfertigt gewesen sei.

Nachdem die grausame Tat bekannt wurde, stellten erschütterte Nachbarn unzählige Kerzen auf. Sie legten Blumen vor dem Haus ab, in dem Luis wohnte.

Prozess beginnt am Donnerstag

Gegen den Vater wurde damals Anklage wegen Mordes erhoben. Inzwischen will sich das Amtsgericht nicht mehr genau festlegen: Die Verurteilung könne nach Angaben des Landgerichts wegen Mordes in grausamer Begehungsweise oder wegen niedrigen Beweggrundes erfolgen, ebenso kommen Todschlag, Körperverletzung mit Todesfolge oder Freiheitsberaubung mit Todesfolge in Betracht.

Auch die Mutter (21) wurde zwischenzeitlich festgenommen, kam aber wieder auf freien Fuß, weil sie die Wohnung im betreffenden Zeitraum nicht betreten hatte.

Die Verhandlung beginnt am Donnerstag, den 5. März am Landgericht Essen. Die fünf Fortsetzungstermine sind bis einschließlich des 27. März geplant. (vh)

 
 

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