Essen und Mülheim müssen Duisburger Via-Ausstieg zustimmen

Die Tür klemmt: So einfach ist der Ausstieg nicht. Duisburg will sich von Via, dem Verkehrsbündnis mit Essen und Mülheim, trennen. Aber das dauert.
Die Tür klemmt: So einfach ist der Ausstieg nicht. Duisburg will sich von Via, dem Verkehrsbündnis mit Essen und Mülheim, trennen. Aber das dauert.
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Der Abschied der Duisburger Verkehrsgesellschaft aus dem gemeinsamen Via-Verbund ist mit hohen Hürden verbunden - und frühestens Ende 2017 möglich.

Essen. Die Tür klemmt. Der geplante Ausstieg der Duisburger Verkehrsgesellschaft DVG aus dem gemeinsamen Via-Bündnis mit der Essener und der Mülheimer Verkehrsgesellschaft Evag und MVG ist mit hohen Hürden verbunden. Erstens: Ein Ausscheiden ist nach dem Gesellschaftervertrag frühestens Ende 2017 möglich. Zweitens: Essen und Mülheim müssen zustimmen. Drittens: Entstehen den Partnern in Essen und Mülheim dabei zusätzliche Kosten, müssen die von der Duisburger DVG übernommen werden – und zwar bis zu einer Höhe von zehn Millionen Euro. So steht es im Konsortialvertrag.

Duisburger Stadtrat muss Ausstieg beschließen

Dass Duisburg für seinen Abschied von Via auch noch tief in die Tasche greifen muss, soweit wollen es die Beteiligten nach dem jetzigen Stand der Dinge möglichst nicht kommen lassen. Auch wenn die DVG den Via-Verbund verlässt, sollen die einzelnen Partnerschaftsprojekte bleiben. Die bisher erbrachten Einsparungen und Synergieeffekte mit Duisburg dürften nicht aufs Spiel gesetzt. Das meinen übereinstimmend die Ratsherren Wolfgang Weber (SPD), Friedhelm Krause (CDU) und Rolf Fliß (Grüne).

Doch das gesamte Verfahren ist kompliziert: Den Ausstieg muss der Duisburger Rat erst noch beschließen. Und die künftige vom Gutachter Deloitte vorgeschlagene Fusion der Essener Evag mit der Mülheimer MVG zu einer Via AG muss hier und im Mülheimer Rathaus ausführlich beraten werden, bevor sie abgesegnet werden kann. Über das Gutachten wird der Rat erst im Januar zur Kenntnis gesetzt. Ebenso im Prozess eingebunden sind insgesamt vier Aufsichtsräte, die Personalvertretungen – und auch die Bezirksregierung, die die Verkehrsbetriebe strikt zum Sparen aufgefordert hat.

Suche nach neuen Partnern

Kurzum: „Es wird noch viel Wasser den Rhein runterfließen, bis wir klar sehen“, erklärt Evag-Aufsichtsratsvorsitzender Wolfgang Weber. Die Kunst besteht nun darin, nicht unnötig Porzellan zu zerschlagen. Weber: „Wir haben bei Via viel erreicht. Das wollen wir nicht kaputt machen.“

Auch die Suche nach neuen Partnern, um Via zu einer großen Verkehrsgesellschaft im Ruhrgebiet zu schmieden, wird dauern. Mit Oberhausen (Stoag) ist Essen auf Tuchfühlung. Die Bochum-Gelsenkirchener Verkehrsgesellschaft (Bogestra) als weiterer anvisierter Verbündeter stellt nüchtern fest, dass es „noch keine offizielle Anfrage“ aus Essen gibt, so Sprecher Christoph Kollmann.

Dass die Bogestra in Sachen Partnerschaft grundsätzlich gut kann, „das hat bei uns eine lange Tradition“, betont der Bogestra-Sprecher. „Wir sind kooperationserfahren.“ In Bochum und Gelsenkirchen sind die Verkehrsbetriebe seit 1896 aus einem Guss. Mit Herne, Castrop-Rauxel und Dortmund wird seit 1999 kooperiert und mit dem Ennepe-Ruhr-Kreis gerade verhandelt. Vielleicht eines Tages auch mit Essen.

 
 

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