Essen

Leiter der Essener Tafel verrät, welche überraschenden Auswirkungen der Ausländerstopp hatte

Jörg Sartor, Leiter der Essener Tafel, erhielt viele Emails, die Zuspruch für den Aufnahmestopp ausdrückten.
Jörg Sartor, Leiter der Essener Tafel, erhielt viele Emails, die Zuspruch für den Aufnahmestopp ausdrückten.
Foto: Matthias Graben / WAZ FotoPool
  • Die Essener Tafel hatte im Dezember 2017 einen Aufnahmestopp eingeführt
  • Nur noch Deutsche sollten als Kunden aufgenommen werden
  • Im April ruderte die Tafel zurück und nimmt seitdem wieder Ausländer als Neukunden auf
  • Seit der Aktion verzeichnet die Essener Tafel mehr Spenden

Essen. Der kurzzeitige Aufnahmestopp für Ausländer an der Essener Tafel hat den Verantwortlichen einen Geldsegen verschafft. Seitdem im Februar die Entscheidung der Tafel bekannt wurde, seien der Einrichtung rund 50.000 Euro mehr an Spenden zugeflossen als im Vergleichszeitraum 2017, sagte der Leiter der Tafel, Jörg Sartor, dem in Hamburg erscheinenden "Zeit-Magazin".

Es handle sich dabei vor allem um viele kleine Beträge, mit denen die Spender ihren Zuspruch für das Vorgehen ausdrücken wollten. Auf Banküberweisungen stünden vielfach Solidaritätsbekundungen wie „Durchhaltespende“.

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Bis Ende April sind beim Chef der Tafel den Angaben zufolge zudem mehr als 4.000 E-Mails von Bürgern aus ganz Deutschland eingetroffen, viele davon positiv. Die Absender äußerten überwiegend Sympathie für den Aufnahmestopp, wie es hieß.

Die Essener Tafel hatte bundesweit für heftige Debatten gesorgt, weil sie im Dezember den vorübergehenden Aufnahmestopp für Ausländer verhängt hatte. Als Grund nannte die ehrenamtliche Organisation einen hohen Ausländer-Anteil unter den Bedürftigen. Alte Leute und Mütter mit Kindern fühlten sich durch junge ausländische Männer verdrängt und kämen seltener.

Sartor hatte den Beschluss mehrfach verteidigt, auch gegen Kritik von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Anfang April wurde der Aufnahmestopp wieder aufgehoben. (epd)

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