Essen

Essen: Steag entlässt 1000 Mitarbeiter – das ist besonders schlimm

Die Geschichte des Gasometers - beinahe gäbe es ihn nicht mehr
Kathrin Migenda

Der Gasometer in Oberhausen ist die höchste Ausstellungshalle Europas.

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Essen. Ein Schock für die Mitarbeiter von Steag mit Hauptsitz in Essen: Am Donnerstagvormittag erfahren die Angestellten deutschlandweit, dass 1000 der 3500 Stellen des Konzerns gestrichen werden.

Der Grund ist der Kohleausstieg, den Deutschland bis 2038 schaffen will. Deswegen muss Steag aus Essen seine sechs Steinkohle-Kraftwerke abstellen. Und das soll nach Angaben des Konzerns bereits in den nächsten zwei Jahren passieren.

Steag in Essen streicht jede dritte Stelle

Drei von ihnen stehen im Saarland, eins in Duisburg, eins in Herne, eins in Bergkamen. Wann genau welches Kraftwerk abgeschaltet werden soll, ist noch nicht ganz klar. Nur ein Werk in Duisburg bleibt erstmal noch erhalten. Aber: Die Abschaltung wird nicht allzulange dauern.

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Denn laut Bundesbeschluss sollen nur die Braunkohlekraftwerke bis 2038 noch laufen, Steinkohle soll schon deutlich eher vom Netz gehen. Deswegen muss sich der Essener Konzern nun neu ausrichten – weg von der Steinkohle, hin zu Ökostrom.

Bis 2022 soll diese neue Ausrichtung umgesetzt werden. Man denke zum Beispiel über die Errichtung von Solarparks nach.

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Das ist Steag

  • fünftgrößte Stromerzeuger in Deutschland
  • Hauptsitz in Essen-Rüttenscheid
  • 1937 gegründet
  • vor allem auch für Fernwärme bekannt
  • 2019 einen Umsatz von 2,1 Milliarden Euro erzielt

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Essen: Auch in der Verwaltung werden Stellen gestrichen

Vom Stellenabbau betroffen sind alle Mitarbeiter der sechs Kohlekraftwerke und zusätzlich noch eine dreistellige Zahl aus der Verwaltung auch aus Essen-Rüttenscheid und in den Dienstleistungs-Teams für die Wartung von Kraftwerken auch externer Kunden.

Die Kündigungen sollen sozialverträglich passieren, aber wie das genau umzusetzen sein wird, ist noch unklar.

Denn eines räumt die Steag ganz klar ein: „Aufgrund der aktuell schwierigen wirtschaftlichen Lage des Unternehmens stehen begrenztere finanzielle Mittel zur Verfügung als in der Vergangenheit“, heißt es vom Arbeitsdirektor Andreas Reichel.

Im Klartext: Es ist kaum Geld da für einen fairen Stellenabbau. (fb)

 
 

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