Essen

Essen: Stadt will Autos von der Rü verbannen – Autofahrer rasten komplett aus

Normales Bild auf der Rü in Essen: Autofahrer und Radfahrer müssen sich den Abschnitt zwischen Stern und Martinstraße teilen. Das Ergebnis: völliges Chaos.
Normales Bild auf der Rü in Essen: Autofahrer und Radfahrer müssen sich den Abschnitt zwischen Stern und Martinstraße teilen. Das Ergebnis: völliges Chaos.
Foto: Olaf Ziegler / FUNKE Foto Services

Essen. Die Stadt Essen möchte einen Plan im Stadtteil Rüttenscheid durchsetzen, der bei vielen Anwohnern gar nicht gut ankommt: Die Rüttenscheider Straße (Rü) soll zur Fahrradstraße werden. Das beinhaltet auch absolute Verbote für Autos auf Teilen der Einkaufsstraße.

Damit sollen die Radfahrer gestärkt, die Umwelt geschützt und die Luft sauberer werden. Doch der Plan stößt auf wenig Gegenliebe. Vor allem Einzelhändler auf der Rü in Essen bangen um ihre Einnahmen.

Fahrradstraße auf der Rü in Essen? Autofahrer rasten aus

Und die Interessengemeinschaft Rüttenscheid sieht noch ein anderes Problem.

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Der Plan sieht vor, dass die gesamte Rü eine Fahrradstraße wird. Das bedeutet: Radfahrer haben Vorrang, dürfen nebeneinander fahren und Autofahrer müssen sich deren Geschwindigkeit anpassen. Solche Fahrradstraßen gibt es in Essen bereits in viele Gebieten, allerdings sind diese eher am Baldeneysee oder anderen Erholungsgebieten angesiedelt.

Aber der Plan geht noch weiter: Ein Teil der Rüttenscheider Straße soll für den normalen Autofahrer gesperrt werden, nur Radfahrer und Lieferanten dürfen auf diesem Teil der Rü dann noch unterwegs sein. Und natürlich Fußgänger.

Ab Martinstraße bis zum Rüttenscheider Stern soll sie gesperrt werden

Und zwar soll die Rü von Süden aus kommend ab der Martinstraße gesperrt werden. Vom Norden aus soll die Rü ab dem Rüttenscheider Stern gesperrt werden. Autofahrer müssen dann links und rechts auf die Anwohnerstraßen oder die Alfredstraße ausweichen.

Für die IGR eine ganz falsche Botschaft. "Der Verkehr wird in die Wohngebiete des Mädchenviertels und auf die Alfredstraße gedrängt. Zusätzlicher Umweg- und kreisender Verkehr wird erzeugt. Auch, wenn jedes Geschäft natürlich erreichbar bleibt, wird dies deutlich eingeschränkt und teilweise kompliziert. Diese Maßnahme geht also zu Lasten der Anwohner, des Verkehrs und der Geschäfte und dient den Radfahrern, im Gegensatz zu den anderen Maßnahmen, nur sehr wenig, wenn überhaupt."

Auf der Alfredstraße wird derzeit in bestimmten Zonen Tempo 30 getestet, drei Wochen dauert dieser Test. Die IGR befürchtet, dass wenn der gesamte Autoverkehr, der von der Rü auf die Alfredstraße gedrängt wird, eine der Hauptverkehrsadern der Stadt noch mehr verstopfen könnte.

Anwohner und Autofahrer haben Sorge um ihr Viertel

Viele Anwohner und Autofahrer rasten in den sozialen Netzwerken richtig aus. Die meisten sind der Überzeugung, dass Radfahrer sowieso schon zu viele Rechte haben oder sich diese einfach nehmen auf der Rü. Andere schreiben direkter: "Das war es dann wohl mit Rüttenscheid".

Doch es gibt auch User, die eine Chance in der Fahrradstraße sehen. Ein User schreibt: "Der Bereich zwischen Martinstraße und Stern ist verkehrstechnisch eine “Vollkatastrophe” Die Geschäfte sind kaum noch wahrnehmbar, da sich alles durchquetscht. Wenn dann noch der Lieferverkehr hinzukommt ist es ganz vorbei. Ich würde sagen, dass es eine Chance für den Stadtteil ist, den sich abzeichnenden Verkehrs- und Luftinfarkt zu vermeiden. Der Handel wird es locker überleben."

Andere sehen es als Chance

Ein anderer sagt: "Der Einzelhandel sowie die örtlichen Gastronomien werden wohl kaum Einbußen betr. der Umsätze merken, wenn die Rü ein entspannter ruhiger Ort wird. Autos haben auf der Rü einfach nichts zu suchen."

Die Radwege würden dann übrigens wegfallen und mehr Platz für Fußgänger schaffen. Das findet die IGR sogar gut.

Ab wann der Test für eine Autofreie Rü geplant ist, ist noch nicht bekannt. Für erhitzte Gemüter wird er aber definitiv sorgen. (fb)

 
 

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