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Essen: Gewalt-Eskalation bei Shisha-Bar-Kontrolle - Pfefferspray-Einsatz wirft Fragen auf

Bei dem Polizeieinsatz vor der Shisha-Bar in Essen kam Pfefferspray zum Einsatz.
Bei dem Polizeieinsatz vor der Shisha-Bar in Essen kam Pfefferspray zum Einsatz.
Foto: dpa & Screenshot YouTube

Essen. Es ist eine schwierige Situation, der sich die Polizisten bei einem Einsatz Anfang September in Essen stellen mussten. Die Kontrolle einer Shisha-Bar am Kopstadtplatz in Essen eskalierte. Am Wochenende tauchte ein Video auf, das die brenzlige Situation zeigt.

Das Video zeigt zwei Polizisten, denen zwei Männer der "Tierrettung Essen" bei der Festnahme eines jungen Mannes helfend zur Hand gehen. Mehrere Männer wollen die Festnahme offenbar verhindern. Einer von ihnen tritt der weiblichen Polizistin mit voller Wucht in den Bauch (alle Details über den eskalierten Einsatz liest du hier).

Essen: Durften Helfer Pfefferspray einsetzen?

Schließlich eilen zwei Männer der "Tierrettung Essen" herbei und helfen den Polizisten. Zusammen mit einem Polizisten ringt einer der Männer den Jugendlichen nieder und drückt ihn zu Boden. Er liegt fixiert auf dem Bauch als der zweite Mann der "Tierrettung Essen" hinzukommt und dem Jugendlichen eine Ladung Pfefferspray ins Gesicht sprüht. Doch ist der Einsatz an dieser Stelle überhaupt erlaubt oder vielleicht doch strafbar?

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Grundsätzlich ist der Einsatz von Pfefferspray in Nothilfe-Situationen erlaubt - die lag hier aber wohl nicht vor.

Verurteilung nach Pfefferspray-Einsatz in Essen unwahrscheinlich

„Wenn zwei Leute den jungen Mann fixieren, kann er weder flüchten noch gefährlich werden“, sagt Strafrechtler Stephan Bester aus Gelsenkirchen gegenüber DER WESTEN: „Hier handelt es sich nicht um eine Notwehr-Situation, was grundsätzlich strafbar ist.“

An ernsthafte Konsequenzen glaubt Bester aber nicht: „Es würde im Falle eines Falles nicht zu einer Verurteilung kommen. Der Mann hatte offensichtlich keinen Rachegedanken und in der schwierigen Situation einfach nur überreagiert“, so Bester.

Wenn der Jugendliche keine Anzeige erstattet, sei ein Verfahren ohnehin unwahrscheinlich. Das ist laut Polizei bisher nicht passiert - weswegen die Männer der "Tierrettung Essen" wohl keine Konsequenzen fürchten müssen. (fel)

 
 

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